Himmelsaltar

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  • Erbaut im Jahre 1530 dient der Altar des Himmels (chin. wie auch der Gesamtkomplex: Tiantán) bzw. der Runde Erdhügelaltar (chin. Yuánqiután) zur Wintersonnenwende - wenn das Licht, das wie der Himmel dem Element Yang zugeordnet ist, die Oberhand über die Dunkelheit (wie die Erde dem Element Yin zugeordnet) gewinnt - als kaiserlicher Opferaltar, wo der Kaiser den Himmel als Ursprung der kosmischen und sittlichen Ordnung ehrt, auf dass der Himmel ein reiches und fruchtbares kommendes Jahr schenken möge.

    Der Altar liegt im Süden der Kaiserstadt und ist Teil des Tempels des Himmels, wo er ebenfalls den südlichen Teil darstellt. Seine runde Fläche entspricht der traditionellen chinopischen Vorstellung, der Himmel sei rund, die Erde quadratisch.

    Die Zahlensymbolik ist dem Zusammenspiels von Yin und Yang untergeordnet: Wie der Himmel, der Süden und die Sonne gehören die ungeraden Zahlen dem Element Yang an, mit der 9 als höchster einstelliger Ziffer, der Zahl des Kaisers.
    Die obere Plattform misst 9 mal 1 Zhang (1 Zhang = ca. 3,3 m) , die mittlere 3 mal 5 Zhang und die untere 3 mal 7 Zhang. Die Säulen des Geländers folgen dem Neunerrythmus: 36, 72, 108. Ebenso bei den Bodenplatten: Um die große Platte in der Mitte der oberen Plattform liegen 9 Platten, während jeder folgende Ring 9 weitere aufweist. Dies zieht sich fort, bis ader äußerste Ring der unteren Plattform aus 243 Platten (3 mal 9 mal 9) besteht.
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Himmelsfest, 21.12.09

    Der Tag der Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Dieser 21. Tag des Shi'er Yue des ersten Jahre der Ära der Harmonie des Himmels ist mit 5° C zwar nicht besonders warm, wie könnte es in dieser Jahreszeit auch anders sein, aber sehr sonnig, so als ob sowohl der Himmel als auch die Sonne das Glück bereits verheißen, worum der Kaiser bald im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten für das kommende Jahr bitten wird.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut 2 Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Der Sohn des Himmels ist gut vorbereitet. Nach alter Tradition trägt er eine spezielle gelb-goldene Robe und hat auf das Verzehren von Fleisch verzichtet.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige der Kaiserlichen Garde in zeremonieller Unifom hinaus, es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Kaiserlichen Garde tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb der Drachenrobe die Eingangspforte des Tores des Himmelischen Friedens - der Kaiser ist zu sehen. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo der Kaiser vorbeischreitet verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder nachdem der Sohn des Himmels nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Am Himmelstempel angekommen wird der Sohn des Himmels durch die dortigen daoistischen Geistlichen in Empfang genommen. Sodann begeben er und seine Begeliter sich über die 360 m lange Danbi-Brücke - ein gut 30 m breiter Weg, der "Brücke" genannt wird, weil er von einem Tunnel gequert wird, durch den früher die Opfertiere getrieben wurden, und dreigeteilt ist: der mittlere Weg für die Himmlischen Mächte, der linke für den Kaiser und der rechte für die kaiserlichen Familienangehörigen, Beamten und Geistlichen - von der Halle des Erntegebetes zur Halle des Himmelsgewölbe und von dort weiter zu den Stufen des Himmelsaltars. Diese erklimmt der Kaiser alleine, ohne jede Begleitung, denn niemand darf die Gebete des Kaisers und sein Sprechen mit den Himmlischen Mächten vernehmen. Als der Kaiser die obere Plattform erreicht, ist sein Ziel die Platte in der Mitte der Plattform, wo er auf die Knie geht, um nun den Himmlischen Mächte für das Glück und den Beistand des bald ablaufenden Jahres zu danken und um für das kommende Jahr dasselbe zu erbeten, sei es für ihn, für seine Familie, für das Kaiserreich, für das Volk oder für die Amtsträger vom Reichskanzler bis zum einfachen Beamten. Alle sollen gesegnet und von Unglücken fern sein.

    Einige Zeit verbleibt der Kaiser in dieser Haltung, permanent zu den Himmlischen Mächten sprechend. Als er seine Gebete und sein Zwiegespräch zu bzw. mit diesen vollendet hat, begibt er sich wieder die Stufen herunter, wo ihn die Geistlichen, die die sich am Fuße des Altars befindlichen Öfen bereits angeheizt haben, samt den Opfergaben Wein und Fleisch verschiedener Tierarten erwarten. Diese Gaben werden nun durch den Kaiser in die Öfen gelegt, auf dass sie als Rauch zum Himmel aufsteigen.

    Dies bedeutet das Ende der Zeremonie des kaiserlichen Opfers an die Mächte des Himmels und der Prozessionszug setzt sich in umgekehrte Richtung erneut in Bewegung, wo man nochmals ähnliche Bilder wie auf dem Hinweg erblicken kann, bis er schließlich den Kaiserlichen Palast erreicht und das Tor des Himmlischen Friedens hinter ihm geschlossen wird.
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Himmelsfest, 22.12.10

    Der Tag der Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Der Himmel an diesem 22. Tag des Shi'er Yue des zweiten Jahre der Ära der Harmonie ist leicht bewölkt und mit 6 ° C ist es sow arm, wie man es um diese Jahreszeit erwarten würde. Alsbald wird der Kaiser im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten um Glück für das kommende Jahr bitten.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut 2 Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Der Sohn des Himmels ist gut vorbereitet. Nach alter Tradition trägt er eine spezielle gelb-goldene Robe und hat auf das Verzehren von Fleisch verzichtet.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens zur Mittagszeit öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige des Gelben Banners der Kaiserlichen Garde in zeremoniell-traditioneller Unifom hinaus, sodann jeweils kleienre Abordnungen der sonstigen Banner. Es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Gelben Banners tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes - angeführt natürlich durch den Großpräfekten - marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb der Drachenrobe die Eingangspforte des Tores des Himmelischen Friedens - der Kaiser ist zu sehen. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo der Kaiser vorbeischreitet verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder nachdem der Sohn des Himmels nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Am Himmelstempel angekommen wird der Sohn des Himmels durch die dortigen daoistischen Geistlichen in Empfang genommen. Sodann begeben er und seine Begeliter sich über die 360 m lange Danbi-Brücke - ein gut 30 m breiter Weg, der "Brücke" genannt wird, weil er von einem Tunnel gequert wird, durch den früher die Opfertiere getrieben wurden, und dreigeteilt ist: der mittlere Weg für die Himmlischen Mächte, der linke für den Kaiser und der rechte für die kaiserlichen Familienangehörigen, Beamten und Geistlichen - von der Halle des Erntegebetes zur Halle des Himmelsgewölbe und von dort weiter zu den Stufen des Himmelsaltars. Diese erklimmt der Kaiser alleine, ohne jede Begleitung, denn niemand darf die Gebete des Kaisers und sein Sprechen mit den Himmlischen Mächten vernehmen. Als der Kaiser die obere Plattform erreicht, ist sein Ziel die Platte in der Mitte der Plattform, wo er auf die Knie geht, um nun den Himmlischen Mächte für das Glück und den Beistand des bald ablaufenden Jahres zu danken und um für das kommende Jahr dasselbe zu erbeten, sei es für ihn, für seine Familie, für das Kaiserreich, für das Volk oder für die Amtsträger vom Reichskanzler bis zum einfachen Beamten. Alle sollen gesegnet und von Unglücken fern sein.

    Einige Zeit verbleibt der Kaiser in dieser Haltung, permanent zu den Himmlischen Mächten sprechend. Als er seine Gebete und sein Zwiegespräch zu bzw. mit diesen vollendet hat, begibt er sich wieder die Stufen herunter, wo ihn die Geistlichen, die die sich am Fuße des Altars befindlichen Öfen bereits angeheizt haben, samt den Opfergaben Wein und Fleisch verschiedener Tierarten erwarten. Diese Gaben werden nun durch den Kaiser in die Öfen gelegt, auf dass sie als Rauch zum Himmel aufsteigen.

    Dies bedeutet das Ende der Zeremonie des kaiserlichen Opfers an die Mächte des Himmels und der Prozessionszug setzt sich in umgekehrte Richtung erneut in Bewegung, wo man nochmals ähnliche Bilder wie auf dem Hinweg erblicken kann, bis er schließlich den Kaiserlichen Palast erreicht und das Tor des Himmlischen Friedens hinter ihm geschlossen wird.
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Himmelsfest, 22.12.11

    Der Tag der Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Der "weltliche" Himmel an diesem 22. Tag des Shi'er Yue des dritten Jahres der Ära der Harmonie des Himmels ist wolkenlos und mit 3 ° C ist es so warm, wie man es um diese Jahreszeit erwarten würde. Alsbald wird der Kaiser im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten um Glück für das kommende Jahr bitten.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut 2 Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Der Sohn des Himmels ist gut vorbereitet. Nach alter Tradition trägt er eine spezielle gelb-goldene Robe und hat auf das Verzehren von Fleisch verzichtet.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens zur Mittagszeit öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige des Gelben Banners der Kaiserlichen Garde in zeremoniell-traditioneller Unifom hinaus, sodann jeweils kleienre Abordnungen der sonstigen Banner. Es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Gelben Banners tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes - angeführt natürlich durch den Großpräfekten - marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb der Drachenrobe die Eingangspforte des Tores des Himmelischen Friedens - der Kaiser ist zu sehen. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo der Kaiser vorbeischreitet verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder nachdem der Sohn des Himmels nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Am Himmelstempel angekommen wird der Sohn des Himmels durch die dortigen daoistischen Geistlichen in Empfang genommen. Sodann begeben er und seine Begeliter sich über die 360 m lange Danbi-Brücke - ein gut 30 m breiter Weg, der "Brücke" genannt wird, weil er von einem Tunnel gequert wird, durch den früher die Opfertiere getrieben wurden, und dreigeteilt ist: der mittlere Weg für die Himmlischen Mächte, der linke für den Kaiser und der rechte für die kaiserlichen Familienangehörigen, Beamten und Geistlichen - von der Halle des Erntegebetes zur Halle des Himmelsgewölbe und von dort weiter zu den Stufen des Himmelsaltars. Diese erklimmt der Kaiser alleine, ohne jede Begleitung, denn niemand darf die Gebete des Kaisers und sein Sprechen mit den Himmlischen Mächten vernehmen. Als der Kaiser die obere Plattform erreicht, ist sein Ziel die Platte in der Mitte der Plattform, wo er auf die Knie geht, um nun den Himmlischen Mächte für das Glück und den Beistand des bald ablaufenden Jahres zu danken und um für das kommende Jahr dasselbe zu erbeten, sei es für ihn, für seine Familie, für das Kaiserreich, für das Volk oder für die Amtsträger vom Reichskanzler bis zum einfachen Beamten. Alle sollen gesegnet und von Unglücken fern sein.

    Einige Zeit verbleibt der Kaiser in dieser Haltung, permanent zu den Himmlischen Mächten sprechend. Als er seine Gebete und sein Zwiegespräch zu bzw. mit diesen vollendet hat, begibt er sich wieder die Stufen herunter, wo ihn die Geistlichen, die die sich am Fuße des Altars befindlichen Öfen bereits angeheizt haben, samt den Opfergaben Wein und Fleisch verschiedener Tierarten erwarten. Diese Gaben werden nun durch den Kaiser in die Öfen gelegt, auf dass sie als Rauch zum Himmel aufsteigen.

    Dies bedeutet das Ende der Zeremonie des kaiserlichen Opfers an die Mächte des Himmels und der Prozessionszug setzt sich in umgekehrte Richtung erneut in Bewegung, wo man nochmals ähnliche Bilder wie auf dem Hinweg erblicken kann, bis er schließlich den Kaiserlichen Palast erreicht und das Tor des Himmlischen Friedens hinter ihm geschlossen wird.
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Unter strengen Sicherheits- und Geheimhaltungsmaßnahmen ist der Kaiser direkt, nachdem er die Halle der Bewahrung der Harmonie verlassen hat, zum Himmelsaltar gefahren worden. Dort betet er zum einen für Chisongs Seele, zum anderen möchte er Zwiesprache mit den Himmlischen Mächten führen, auf dass er sichergehen kann, dass die Einheit Chinopiens weiterhin unter einen guten Stern steht und die unerfreuliche Angelegenheit kein schlimmes Omen ist.
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Himmelsfest, 21.12.12

    Der Tag der Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Der Himmel an diesem 21. Tag des Shi'er Yue des vierten Jahre der Ära der Harmonie ist leicht bewölkt und mit - 3 ° eher kühl. Alsbald wird der Kaiser im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten um Glück für das kommende Jahr bitten, insbesondere da dieses Hohe Fest das erste seit der Wiedervereinigung Chinopiens ist.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut 2 Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Der Sohn des Himmels ist gut vorbereitet. Nach alter Tradition trägt er eine spezielle gelb-goldene Robe und hat auf das Verzehren von Fleisch verzichtet.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens zur Mittagszeit öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige des Gelben Banners der Kaiserlichen Garde in zeremoniell-traditioneller Uniform hinaus, sodann jeweils kleinere Abordnungen der sonstigen Banner. Es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Gelben Banners tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes - angeführt natürlich durch den Großpräfekten - marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb der Drachenrobe die Eingangspforte des Tores des Himmlischen Friedens - der Kaiser ist zu sehen. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo der Kaiser vorbeischreitet verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder nachdem der Sohn des Himmels nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Am Himmelstempel angekommen wird der Sohn des Himmels durch die dortigen daoistischen Geistlichen in Empfang genommen. Sodann begeben er und seine Begeliter sich über die 360 m lange Danbi-Brücke - ein gut 30 m breiter Weg, der "Brücke" genannt wird, weil er von einem Tunnel gequert wird, durch den früher die Opfertiere getrieben wurden, und dreigeteilt ist: der mittlere Weg für die Himmlischen Mächte, der linke für den Kaiser und der rechte für die kaiserlichen Familienangehörigen, Beamten und Geistlichen - von der Halle des Erntegebetes zur Halle des Himmelsgewölbe und von dort weiter zu den Stufen des Himmelsaltars. Diese erklimmt der Kaiser alleine, ohne jede Begleitung, denn niemand darf die Gebete des Kaisers und sein Sprechen mit den Himmlischen Mächten vernehmen. Als der Kaiser die obere Plattform erreicht, ist sein Ziel die Platte in der Mitte der Plattform, wo er auf die Knie geht, um nun den Himmlischen Mächte für das Glück und den Beistand des bald ablaufenden Jahres zu danken und um für das kommende Jahr dasselbe zu erbeten, sei es für ihn, für seine Familie, für das Kaiserreich, für das Volk oder für die Amtsträger vom Reichskanzler bis zum einfachen Beamten. Alle sollen gesegnet und von Unglücken fern sein.

    Einige Zeit verbleibt der Kaiser in dieser Haltung, permanent zu den Himmlischen Mächten sprechend. Als er seine Gebete und sein Zwiegespräch zu bzw. mit diesen vollendet hat, begibt er sich wieder die Stufen herunter, wo ihn die Geistlichen, die die sich am Fuße des Altars befindlichen Öfen bereits angeheizt haben, samt den Opfergaben Wein und Fleisch verschiedener Tierarten erwarten. Diese Gaben werden nun durch den Kaiser in die Öfen gelegt, auf dass sie als Rauch zum Himmel aufsteigen.

    Dies bedeutet das Ende der Zeremonie des kaiserlichen Opfers an die Mächte des Himmels und der Prozessionszug setzt sich in umgekehrte Richtung erneut in Bewegung, wo man nochmals ähnliche Bilder wie auf dem Hinweg erblicken kann, bis er schließlich den Kaiserlichen Palast erreicht und das Tor des Himmlischen Friedens hinter ihm geschlossen wird.
    Qiánhé

    verstorbener Sohn des Himmels, Göttlich Erhabener Kaiser

    * 05.01.1967 / + 06.07.2013
  • Himmelsfest, 22.12.13

    Der Tag der Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Der Himmel an diesem 22. Tag des Shi'er Yue des ersten Jahres der Ära der Kasierin Qianai Li ist sonnig und mit mit 2 ° liegt man über dem Gefrierpunkt. Alsbald wird die Amme-Kaiserinmutter in Vertretung der jungen Kaiserin im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten um Glück für das kommende Jahr bitten.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut 2 Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Die Amme-Kaiserinmutter hat sich gut vorbereitet: Nach alter Tradition hat sie auf den Verzehr von Fleisch verzichtet. Eine gold-gelbe Robe soll ihrem Zug als Zeichen für die allzu junge Kaiserin und den verstorbenen Kaiser vorangetragen werden.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens zur Mittagszeit öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige des Gelben Banners der Kaiserlichen Garde in zeremoniell-traditioneller Uniform hinaus, sodann jeweils kleinere Abordnungen der sonstigen Banner. Es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Gelben Banners tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes - angeführt natürlich durch den Großpräfekten - marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb der mitgetragenen Drachenrobe die Eingangspforte des Tores des Himmlischen Friedens. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo die symbolische Robe vorbeischreitet, verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder, nachdem sie nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Mèilíng
    Amme-Kaiseringroßmutter
  • Am Himmelstempel angekommen wird die Amme-Kaiserinmutter durch die dortigen daoistischen Geistlichen in Empfang genommen. Sodann begeben sie und ihre Begeliter sich über die 360 m lange Danbi-Brücke - ein gut 30 m breiter Weg, der "Brücke" genannt wird, weil er von einem Tunnel gequert wird, durch den früher die Opfertiere getrieben wurden, und dreigeteilt ist: der mittlere Weg für die Himmlischen Mächte, der linke für den Kaiser und der rechte für die kaiserlichen Familienangehörigen, Beamten und Geistlichen; dieser wird auch von der Amme-kaiserinmutter benutzt, während der linke unbenutzt bleibt- von der Halle des Erntegebetes zur Halle des Himmelsgewölbe und von dort weiter zu den Stufen des Himmelsaltars. Diese erklimmt die Amme-Kaiserinmutter, in ihrer hand die Drachenrobe tragend, ohne jede Begleitung, denn niemand darf die Gebete und das Sprechen mit den Himmlischen Mächten vernehmen. Als die Amme-Kaiserinmutter die obere Plattform erreicht, ist sein Ziel die Platte in der Mitte der Plattform, wo sie auf die Knie geht, um nun den Himmlischen Mächte für die Seele des verstorbenen Kaisers zu beten, für das anderweitige Glück und den Beistand des bald ablaufenden Jahres zu danken, und um für das kommende Jahr dasselbe zu erbeten, sei es für sie, für ihre Familie, für den Staat und das Kaiserreich, für das Volk oder für die Amtsträger vom Regenten, Exekutiv-Yuan-Vorsitzenden, Reichskanzler bis zum einfachen Beamten. Alle sollen gesegnet und von Unglücken fern sein.

    Einige Zeit verbleibt die Amme-Kaiserinmutter mit erhobener Drachenrobe in dieser Haltung, permanent zu den Himmlischen Mächten sprechend. Als sie ihre Gebete und ihr Zwiegespräch zu bzw. mit diesen vollendet hat, begibt sie sich wieder die Stufen herunter, wo sie die Geistlichen, die die sich am Fuße des Altars befindlichen Öfen bereits angeheizt haben, samt den Opfergaben Wein und Fleisch verschiedener Tierarten erwarten. Diese Gaben werden nun durch die Amme-Kaiserinmutter in die Öfen gelegt, auf dass sie als Rauch zum Himmel aufsteigen.

    Dies bedeutet das Ende der Zeremonie des kaiserlichen Opfers an die Mächte des Himmels und der Prozessionszug setzt sich mit erneut vorangetragener Drachenrobe in umgekehrte Richtung erneut in Bewegung, wo man nochmals ähnliche Bilder wie auf dem Hinweg erblicken kann, bis er schließlich den Kaiserlichen Palast erreicht und das Tor des Himmlischen Friedens hinter ihm geschlossen wird.
    Mèilíng
    Amme-Kaiseringroßmutter
  • Himmelsfest, 22.12.14

    Der Tag der Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Der Himmel an diesem 22. Tag des Shi'er Yue des ersten Jahres der Ära der Kasierin Qianai Li ist nur leicht bewölkt und mit 3° liegt die Temperatur über dem Gefrierpunkt. Alsbald wird die Amme-Kaiserinmutter in Vertretung der jungen Kaiserin im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten um Glück für das kommende Jahr bitten.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut 2 Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Die Amme-Kaiserinmutter hat sich gut vorbereitet: Nach alter Tradition hat sie auf den Verzehr von Fleisch verzichtet. Eine gold-gelbe Robe soll ihrem Zug als Zeichen für die allzu junge Kaiserin und den verstorbenen Kaiser vorangetragen werden.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens zur Mittagszeit öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige des Gelben Banners der Kaiserlichen Garde in zeremoniell-traditioneller Uniform hinaus, sodann jeweils kleinere Abordnungen der sonstigen Banner. Es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Gelben Banners tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes - angeführt natürlich durch den Großpräfekten - marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb der mitgetragenen Drachenrobe die Eingangspforte des Tores des Himmlischen Friedens. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo die symbolische Robe vorbeischreitet, verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder, nachdem sie nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Mèilíng
    Amme-Kaiseringroßmutter
  • Am Himmelstempel angekommen wird die Amme-Kaiserinmutter durch die dortigen daoistischen Geistlichen in Empfang genommen. Sodann begeben sie und ihre Begeliter sich über die 360 m lange Danbi-Brücke - ein gut 30 m breiter Weg, der "Brücke" genannt wird, weil er von einem Tunnel gequert wird, durch den früher die Opfertiere getrieben wurden, und dreigeteilt ist: der mittlere Weg für die Himmlischen Mächte, der linke für den Kaiser und der rechte für die kaiserlichen Familienangehörigen, Beamten und Geistlichen; dieser wird auch von der Amme-kaiserinmutter benutzt, während der linke unbenutzt bleibt- von der Halle des Erntegebetes zur Halle des Himmelsgewölbe und von dort weiter zu den Stufen des Himmelsaltars. Diese erklimmt die Amme-Kaiserinmutter, in ihrer hand die Drachenrobe tragend, ohne jede Begleitung, denn niemand darf die Gebete und das Sprechen mit den Himmlischen Mächten vernehmen. Als die Amme-Kaiserinmutter die obere Plattform erreicht, ist sein Ziel die Platte in der Mitte der Plattform, wo sie auf die Knie geht, um nun den Himmlischen Mächte für die Seele des verstorbenen Kaisers zu beten, für das anderweitige Glück und den Beistand des bald ablaufenden Jahres zu danken, und um für das kommende Jahr dasselbe zu erbeten, sei es für sie, für ihre Familie, für den Staat und das Kaiserreich, für das Volk oder für die Amtsträger vom Regenten, Exekutiv-Yuan-Vorsitzenden, Reichskanzler bis zum einfachen Beamten. Alle sollen gesegnet und von Unglücken fern sein.

    Einige Zeit verbleibt die Amme-Kaiserinmutter mit erhobener Drachenrobe in dieser Haltung, permanent zu den Himmlischen Mächten sprechend. Als sie ihre Gebete und ihr Zwiegespräch zu bzw. mit diesen vollendet hat, begibt sie sich wieder die Stufen herunter, wo sie die Geistlichen, die die sich am Fuße des Altars befindlichen Öfen bereits angeheizt haben, samt den Opfergaben Wein und Fleisch verschiedener Tierarten erwarten. Diese Gaben werden nun durch die Amme-Kaiserinmutter in die Öfen gelegt, auf dass sie als Rauch zum Himmel aufsteigen.

    Dies bedeutet das Ende der Zeremonie des kaiserlichen Opfers an die Mächte des Himmels und der Prozessionszug setzt sich mit erneut vorangetragener Drachenrobe in umgekehrte Richtung erneut in Bewegung, wo man nochmals ähnliche Bilder wie auf dem Hinweg erblicken kann, bis er schließlich den Kaiserlichen Palast erreicht und das Tor des Himmlischen Friedens hinter ihm geschlossen wird.
    Mèilíng
    Amme-Kaiseringroßmutter
  • Fest des Himmels 2015 (22.12.)

    Der Tag der Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Der Himmel an diesem 22. Tag des Shi'er Yue des Jahres des Holz-Schafes der Ära der Kaiserin Qianai Li ist nur leicht bewölkt und die Temperatur liegt um den Gefrierpunkt. In diesem Jahr wird zum ersten Mal die junge Tochter des Himmels selbst das Große Opfer vollziehen und im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten um Glück für das kommende Jahr bitten.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut 2 Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Die Tochter des Himmels hat sich gut vorbereitet: Nach alter Tradition hat sie auf den Verzehr von Fleisch verzichtet und sie trägt die traditionelle gold-gelbe Robe. Dennoch ist sie aufgrund der besonderen Umstände innerlich doch etwas aufgeregt. In früheren Zeiten durften Frauen den Himmelstempel nicht einmal betreten, weswegen sie auch nicht herrschen durften, ist es doch die Höchste Aufgabe der Himmelskinder, die Himmlischen Mächte durch das Opfer für die gesamte Welt gnädig zu stimmen. Aus diesem Grunde wird die Kaiserin selbst noch heute an diesem Tage von den Priestern nicht explizit mit ihrem sonstigen Herrschertitel der Huánghòu angesprochen, sondern als Tiānhuáng (天皇 - "Himmlischer Herrscher"). Ein Titel, der keine Geschlechtskonnotation enthält und in der Aussprache Tennō nach Téngóku entlehnt worden ist.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens zur Mittagszeit öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige des Gelben Banners der Kaiserlichen Garde in zeremoniell-traditioneller Uniform hinaus, sodann jeweils kleinere Abordnungen der sonstigen Banner. Es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Gelben Banners tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes - angeführt natürlich durch den Großpräfekten - marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb die Eingangspforte des Tores des Himmlischen Friedens, als Ihre Erhabene Majestät durch das Tor tritt. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo die Kaiserin vorbeischreitet, verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder, nachdem sie nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Die Tochter des Himmels kommt ziemlich genau zu dem Zeitpunkt am Himmelstempel an, als um 12:48 Uhr CST über Qianlongjing die Wintersonnenwende eintritt, und wird durch die dortigen daoistischen Geistlichen in Empfang genommen. Sodann begeben sich Ihre Majestät und ihre Begleiter über die 360 m lange Danbi-Brücke - ein gut 30 m breiter Weg, der "Brücke" genannt wird, weil er von einem Tunnel gequert wird, durch den früher die Opfertiere getrieben wurden, und dreigeteilt ist: der mittlere Weg für die Himmlischen Mächte, der linke für die Kaiserin und der rechte für die kaiserlichen Familienangehörigen, Beamten und Geistlichen - von der Halle des Erntegebetes zur Halle des Himmelsgewölbe und von dort weiter zu den Stufen des Himmelsaltars. Diese erklimmt die Kaiserin ohne jede Begleitung, denn niemand darf die Gebete und das Sprechen mit den Himmlischen Mächten vernehmen. Als die Himmlische Herrscherin die obere Plattform erreicht, ist ihr Ziel die Platte in der Mitte der Plattform, wo sie auf die Knie geht, um nun den Himmlischen Mächten für das Glück und den Beistand des bald ablaufenden Jahres zu danken und um dasselbe für das kommende Jahr zu erbeten, sei es für die Kaiserin selbst, für ihre Familie, für den Staat und das Kaiserreich, für das Volk oder für die Amtsträger vom Regenten, Reichskanzler bis zum einfachen Beamten. Alle sollen gesegnet und von Unglücken fern sein. Ganz besonders betet sie auch um den Himmlischen Beistand und um sichere Rückkehr für die Angehörigen ihrer Streitkräfte, die derzeit auf Hoher See oder in Xinhai eingeschlossen sind.

    Einige Zeit verbleibt die Kaiserin in dieser Haltung, permanent zu den Himmlischen Mächten sprechend. Als sie ihre Gebete und ihr Zwiegespräch zu bzw. mit diesen vollendet hat, begibt sie sich wieder die Stufen herunter, wo sie die Geistlichen, die die sich am Fuße des Altars befindlichen Öfen bereits angeheizt haben, samt den Opfergaben Wein und Fleisch verschiedener Tierarten erwarten. Diese Gaben werden nun durch die Tochter des Himmels in die Öfen gelegt, auf dass sie als Rauch zum Himmel aufsteigen.

    Dies bedeutet das Ende der Zeremonie des kaiserlichen Opfers an die Mächte des Himmels und der Prozessionszug setzt sich in umgekehrter Richtung erneut in Bewegung, wo man nochmals ähnliche Bilder wie auf dem Hinweg erblicken kann, bis er schließlich den Kaiserlichen Palast erreicht und das Tor des Himmlischen Friedens hinter ihm geschlossen wird.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Fest des Himmels 2016

    Der Tag der um 18.44 Uhr eintretenden Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Der Himmel an diesem 21. Tag des Shi'er Yue des Jahres des Feuer-Affens der Ära der Kaiserin Qianai Li ist leicht bewölkt und die Temperatur liegt um 5° C. Alsbald wird die Tochter des Himmels das Große Opfer vollziehen und im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten um Glück für das kommende Jahr bitten.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut zwei Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Die Tochter des Himmels hat sich gut vorbereitet: Nach alter Tradition hat sie auf den Verzehr von Fleisch verzichtet und sie trägt die traditionelle gold-gelbe Robe. In früheren Zeiten durften Frauen den Himmelstempel nicht einmal betreten, weswegen sie auch nicht herrschen durften, ist es doch die Höchste Aufgabe der Himmelskinder, die Himmlischen Mächte durch das Opfer für die gesamte Welt gnädig zu stimmen. Aus diesem Grunde wird die Kaiserin selbst noch heute an diesem Tage von den Priestern nicht explizit mit ihrem sonstigen Herrschertitel der Huánghòu angesprochen, sondern als Tiānhuáng (天皇 - "Himmlischer Herrscher"). Ein Titel, der keine Geschlechtskonnotation enthält und in der Aussprache Tennō nach Téngóku entlehnt worden ist.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens zur Mittagszeit öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige des Gelben Banners der Kaiserlichen Garde in zeremoniell-traditioneller Uniform hinaus, sodann jeweils kleinere Abordnungen der sonstigen Banner. Es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Gelben Banners tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes - angeführt natürlich durch den Großpräfekten - marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb die Eingangspforte des Tores des Himmlischen Friedens, als Ihre Erhabene Majestät durch das Tor tritt. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo die Kaiserin vorbeischreitet, verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder, nachdem sie nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Am Himmelstempel angekommen wird die Tochter des Himmels durch die dortigen daoistischen Geistlichen in Empfang genommen. Sodann begeben sich Ihre Majestät und ihre Begleiter über die 360 m lange Danbi-Brücke - ein gut 30 m breiter Weg, der "Brücke" genannt wird, weil er von einem Tunnel gequert wird, durch den früher die Opfertiere getrieben wurden, und dreigeteilt ist: der mittlere Weg für die Himmlischen Mächte, der linke für die Kaiserin und der rechte für die kaiserlichen Familienangehörigen, Beamten und Geistlichen - von der Halle des Erntegebetes zur Halle des Himmelsgewölbe und von dort weiter zu den Stufen des Himmelsaltars. Diese erklimmt die Kaiserin ohne jede Begleitung, denn niemand darf die Gebete und das Sprechen mit den Himmlischen Mächten vernehmen. Als die Himmlische Herrscherin die obere Plattform erreicht, ist ihr Ziel die Platte in der Mitte der Plattform, wo sie auf die Knie geht, um nun den Himmlischen Mächten für das Glück und den Beistand des bald ablaufenden Jahres zu danken und um dasselbe für das kommende Jahr zu erbeten, sei es für die Kaiserin selbst, für ihre Familie, für den Staat und das Kaiserreich, für das Volk oder für die Amtsträger vom Regenten, Reichskanzler bis zum einfachen Beamten. Alle sollen gesegnet und von Unglücken fern sein. Ganz besonders betet sie auch um den Himmlischen Beistand und um sichere Rückkehr für die Angehörigen ihrer Streitkräfte, die derzeit auf Hoher See oder in Xinhai eingeschlossen sind.

    Einige Zeit verbleibt die Kaiserin in dieser Haltung, permanent zu den Himmlischen Mächten sprechend. Als sie ihre Gebete und ihr Zwiegespräch zu bzw. mit diesen vollendet hat, begibt sie sich wieder die Stufen herunter, wo sie die Geistlichen, die die sich am Fuße des Altars befindlichen Öfen bereits angeheizt haben, samt den Opfergaben Wein und Fleisch verschiedener Tierarten erwarten. Diese Gaben werden nun durch die Tochter des Himmels in die Öfen gelegt, auf dass sie als Rauch zum Himmel aufsteigen.

    Dies bedeutet das Ende der Zeremonie des kaiserlichen Opfers an die Mächte des Himmels und der Prozessionszug setzt sich in umgekehrter Richtung erneut in Bewegung, wo man nochmals ähnliche Bilder wie auf dem Hinweg erblicken kann, bis er schließlich den Kaiserlichen Palast erreicht und das Tor des Himmlischen Friedens hinter ihm geschlossen wird.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Fest des Himmels (22.12.2017)

    Der Tag der um 00.28 Uhr eingetrenen Wintersonnenwende ist gekommen, das Fest des Himmels hat begonnen. Der Himmel an diesem 22. Tag des Shi'er Yue des Jahres des Feuer-Hahns der Ära der Kaiserin Qianai Li ist wolkenlos und die Temperatur liegt um 8° C. Alsbald wird die Tochter des Himmels das Große Opfer vollziehen und im Zwiegespräch mit den Himmlischen Mächten um Glück für das kommende Jahr bitten.

    In der Nacht ist die Süd-Achse abgesperrt worden, welche vom Tor des Himmlischen Friedens über den Platz des Himmlischen Friedens, hier vorbei am Gebäude der Kaiserlichen Reichsversammlung, und von dort gut zwei Kilometer zum Himmelstempel bzw. Himmelsaltar führt, der sich genau östlich dieser Achse erstreckt. Seit den Morgenstunden haben sich Pilger an jene Absperrungen die beste Plätze gesichert, um die kaiserliche Prozession zu sehen, deren Anblick in früheren Zeiten jedem Sterblichen untersagt war. Das Leben in der Heiligen Stadt, der Hauptstadt des Himmlischen Überflusses, steht still, um das höchste Fest zu begehen.

    Die Tochter des Himmels hat sich gut vorbereitet: Nach alter Tradition hat sie auf den Verzehr von Fleisch verzichtet und sie trägt die traditionelle gold-gelbe Robe. In früheren Zeiten durften Frauen den Himmelstempel nicht einmal betreten, weswegen sie auch nicht herrschen durften, ist es doch die Höchste Aufgabe der Himmelskinder, die Himmlischen Mächte durch das Opfer für die gesamte Welt gnädig zu stimmen. Aus diesem Grunde wird die Kaiserin selbst noch heute an diesem Tage von den Priestern nicht explizit mit ihrem sonstigen Herrschertitel der Huánghòu angesprochen, sondern als Tiānhuáng (天皇 - "Himmlischer Herrscher"). Ein Titel, der keine Geschlechtskonnotation enthält und in der Aussprache Tennō nach Heiman entlehnt worden ist.

    Als sich das Tor des Himmlischen Friedens zur Mittagszeit öffnet, schreiten zunächst einige Angehörige des Gelben Banners der Kaiserlichen Garde in zeremoniell-traditioneller Uniform hinaus, sodann jeweils kleinere Abordnungen der sonstigen Banner. Es folgen daoistische Geistliche, die die Opfergüter bei sich tragen bzw. einen Wagen mit diesen begleiten, der von Angestellten des Kaiserlichen Hofamtes gezogen wird. Hinter ihnen schreiten buddhistische und konfuzianische Mönche und Gelehrte, die das Zusammenwirken der Drei Lehren des Volkes symbolisieren sollen. Erneut eine Abteilung der Gelben Banners tritt hinter ihnen hinaus, welche vor Großbeamten des Kaiserlichen Hofamtes - angeführt natürlich durch den Großpräfekten - marschieren. Sodann erscheint Hauptmann Shi-an Zu, der kurz aus dem Tor hinausschaut, sich wieder umdreht und eine tiefe Verneigung vollführt, sich wieder erhebt, erneut auf dem Absatz wendet und ganz langsamen Schrittes seinen Weg beginnt. Den Bruchteil einer Sekunde später erleuchtet das kaiserliche Gelb die Eingangspforte des Tores des Himmlischen Friedens, als Ihre Erhabene Majestät durch das Tor tritt. Die wartenden Passanten in der Nähe neigen Ihr Haupt so tief, dass ihre Gesichter kaum noch zu vernehmen sind. Den Abschluss des Zuges bilden erneut einige Geistliche sowie Angehörige der Kaiserlichen Garde.

    Nun setzt sich die Prozession endgültig in Bewegung. Überall wo die Kaiserin vorbeischreitet, verhalten sich die Zuseher ähnlich wie am Tor des Himmlischen Friedens: sie verneigen sich tief und erheben sich erst wieder, nachdem sie nicht mehr zu erspähen ist.

    Nach einer guten Dreiviertelstunde des langsamen Zuges erreicht die kaiserliche Prozession den Himmelstempel ...
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin