Kaiserlicher Garten

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Handlung:
    Auch in den Gärten wird damit begonnen, den Wünschen der Kaiserin entsprechende Pflanzenarten zu setzen. Anscheinend hat Ihre Majestät eine gewisse Vorliebe für Orchideen und Lotus, außerdem sind Pfingstrosen und Kirschblütenbäume sehr erwünscht.

    Auch wenn sie eigentlich eher im Westen ein Symbol sind, sollen darüber hinaus auch unzählige Rosenarten in allen möglichen Farben sprießen.

    Cuī Xiāo Hán

    Großpräfekt des Kaiserlichen Hofamtes
  • Die Tochter des Himmels erreicht in Begleitung des Reichskanzlers und einiger Gardisten nach einem kurzen Spaziergang den Kaiserlichen Garten. Es ist ein kühler Abend, unterwegs wurde der Kaiserin ein wärmender Mantel gereicht. Der Garten ist hell erleuchtet. Nachdem Kaiserin und Kanzler etwas dahingeschlendert sind, eröffnet die Tochter des Himmels im Gehen das Gespräch.

    Euer Exzellenz,

    es freut mich, dass Ihr Meiner Einladung zu diesem Gespräch so schnell gefolgt seid. Ich hoffe, Ihr lasst Euch von drei kleinen Hunden, die mir der ehrbare Großpräfekt zu meinem Geburtstag schenkte, nicht allzu sehr ablenken.

    In diesem Moment laufen wie aufs Stichwort die drei Qianlongjingesen freudig schwanzwedelnd auf die Kaiserin und ihren Gast zu. Zur Begrüßung der Tiere geht die Kaiserin leicht in die Hocke und wendet ihr lächelndes Gesicht dem Reichskanzler zu.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Hübsch sind sie wahrhaftig.

    Sie schickt die Hunde mit einer leichten Handbewegung wieder los, erhebt sich und geht ganz langsam wieder los.

    Und die Meine gilt ganz Euch. Sagt Mir, ehrbarer Reichskanzler, wie habt Ihr Euch gefühlt, als Ihr das Wahlergebnis erfahren habt? Euer Entscheid, nach der letzten Wahl, die für Euch einen eher nicht erfreulichen Ausgang nahm, noch einmal anzutreten und noch einmal für Eure Ziele zu werben, hat Euren Mut, Eure Stärke und Eure Standhaftigkeit bewiesen.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Ai Tian schrieb:

    Hübsch sind sie wahrhaftig.

    Sie schickt die Hunde mit einer leichten Handbewegung wieder los, erhebt sich und geht ganz langsam wieder los.

    Und die Meine gilt ganz Euch. Sagt Mir, ehrbarer Reichskanzler, wie habt Ihr Euch gefühlt, als Ihr das Wahlergebnis erfahren habt? Euer Entscheid, nach der letzten Wahl, die für Euch einen eher nicht erfreulichen Ausgang nahm, noch einmal anzutreten und noch einmal für Eure Ziele zu werben, hat Euren Mut, Eure Stärke und Eure Standhaftigkeit bewiesen.
    Ich danke Euch für Euer Kompliment, Majestät.
    Nun, ich will nicht verleugnen, dass auch ich nicht frei von Eitelkeiten bin, und mich mein Wahlsieg daher natürlich gefreut hat. Gleichzeitig bin ich mir der hohen Verantwortung bewusst, die die Amtsübernahme mit sich gebracht hat. Nachdem meine erste Amtszeit von einer "Politik der ruhigen Hand" geleitet war, denke ich, dass die Menschen im Land nun Taten sehen wollen.
    Wir sehen uns wahrhaftigen Herausforderungen gegenüber, Majestät:
    Zum Einen im Innern, was die Verfassungsreform angeht. Da ich aber der Überzeugung bin, dass alle politisch Verantwortlichen sich ihrer Verantwortung bewusst und zur konstruktiven Zusammenarbeit gewillt sind, bin ich optimistisch, dass diese Aufgabe gemeinsam gelöst werden kann.
    Größere Sorgen bereitet mir die Außenpolitik: wir sind Verpflichtungen eingegangen, und das ist auch prinzipiell gut. Chinopien ist, seinem Status und seinem Gewicht in der Welt gemäß, zu einer tragenden Säule und einer ausgleichenden Kraft in den internationalen Beziehungen geworden. Hier zu erkennen, wer uns für seine eigenen Machtspiele missbrauchen will, und wer lautere Motive verfolgt, ist ständige Aufgabe neben der Formulierung und Verfolgung unserer eigenen Interessen.
    Wie Majestät wissen, habe ich während meiner ersten Amtszeit Chinopien fest an die Seite der Hohen Polkommission positioniert und deutlich gemacht, dass die Reichsregierung gewillt ist, die vertraglichen Verpflichtungen, die Chinopien mit der Ratifizierung der Polkonvention eingegangen ist, zu erfüllen. Dies verlangt manchmal Entscheidungen, die für viele Menschen auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar erscheinen, wie zum Beispiel die Distanzierung von Staaten, die die durch die Polkonvention begründete Ordnung angreifen und in Frage stellen.
    Gleichzeitig sind wir mit eben jenem Staat in einer Gemeinschaft Renzianischer Staaten verbunden. Während meiner ersten Amtszeit habe ich deutlich gemacht, dass ich mich außer Stande sehe mit Regierungen, die internationale Ordnungen angreifen, zusammenzuarbeiten. Ich denke heute sagen zu dürfen, dass diese Entscheidung richtig war. Andro hat seine Ansprüche auf den Nordpol niedergelegt und seine diesbezüglichen Gesetze außer Kraft gesetzt. Ich hoffe auf die Einsichtsfähigkeit der Regierung in Koskow in die Notwendigkeit eines Kompromisses mit der Hohen Polkommission.

    Ein weiterer Punkt, der mir Sorgen bereitet, ist die Haltung der Führung in Xinhai bezüglich unserer dort stationierten Soldaten. Die Führung in Xinhai glaubt, wir könnten unsere Soldaten binnen - ich glaube - 12 Stunden abziehen und würden unsere Ausrüstung und unser Gerät dort lassen. Ex-Außenminister Zhong ist derzeit noch dort und versucht eine annehmbare Vereinbarung auszuhandeln.
  • Die Kaiserin hört dem Reichskanzler aufmerksam zu.

    Ihr habt Euch ein sehr ambitioniertes, aber auch gut durchdachtes Programm gegeben. Wie Ich bereits zu Euch und den ehrbaren Reichsministern sagte, wünsche Ich Euch das Glück unter dem Himmel, dass Ihr all das umsetzen könnt, was Ihr Euch vorgenommen habt und was die mehrheitliche Unterstützung des Volkes erhalten hat, auch wenn in manchen Situation der Weg schwierig sein kann. Ich bin guter Dinge, dass Euch dies mit der von Euch gezeigten Tatkraft und mit dem von Euch gezeigten Durchhaltevermögen gelingen wird, Euer Exzellenz.

    Zur Unterstreichung schenkt sie dem Reichskanzler ein aufmunterndes Lächeln, welches allerdings nicht allzu lange vorhält, als sie zum Thema Xinhai fortschreitet, was ihr auf der Seele liegt. Deshalb spricht sie es noch vor dem Bereden des eigentlichen Grunds der Gesprächseinladung an.

    Die Problematik unserer tapferen, in Xinhai bedrängten Soldaten ist ein sehr schwieriges und lastet Mir stark auf dem Herzen. Man muss alles unternehmen, um sie heil und sicher nach Hause zu holen; andererseits kann jeder unserer Schritte gerade ihnen schaden und ganz Chinopien mit Krieg und Elend überziehen. Ihr als Oberster Feldherr müsst hier auch im moralischen Sinn schwierige Entscheidungen treffen. Für Eure und der Reichsminister Kraft, eben diese zu treffen, und für das Heil jedes einzelnen unserer Soldaten gelten meine tagtäglichen Gebete zu den Mächten des Himmels, die uns den rechten Weg leiten und unsere Soldaten schützen werden.

    Auch Seine Kaiserliche Hoheit der Regent wird Euch in der regentschaftlichen Ausübung Meines Oberbefehls jedwede Unterstützung zukommen lassen. Darüber seid Euch gewiss, Euer Exzellenz.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Ich danke Euch für die ermutigenden Worte, Majestät und für die angebotene Unterstützung bezüglich unserer in Xinhai festsitzenden Soldaten. Ich versichere Euch, dass die Reichsregierung alles in Ihrer Macht stehende tut, um friedliche und einvernehmliche Lösung mit den Machthabern in Xinhai zu erreichen. Das gesamte Reichskabinett teilt Eure Sorge um das Wohl und Wehe unserer Soldaten und befasst sich derzeit intensiv mit deren Situation. Die Reichsregierung wird selbstverständlich so zeitnah wie möglich Seine Kaiserliche Hoheit, den Regenten, konsultieren.
  • Nickt.

    Ich bin Mir sicher und vertraue Euch voll und ganz, dass Ihr eine Lösung finden werdet, die unsere Soldaten den Weg in ihre Heimat finden lässt. Prinz Ju ist dazu ein erfahrener militärischer Führer, der Euch mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.

    Der traurige Umstand unserer Soldaten in Xinhai bringt uns auch zugleich zu dem formalen Grund der Einladung zu diesem Gespräch. Auch wenn ich natürlich zugebe, dass ich ebenso neugierig darauf war, Euch näher kennenzulernen.

    Ihre Gesichtszüge erhellen sich wieder.

    Ich möchte mit Euch über die anstehende Verfassungsreform, die Ihr auch bereits anspracht, einen Austausch führen. Wie Ich vernahm, bereitet Ihr einen Entwurf vor.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Der ehrbare Prinz Ju ist ein erfahrener militärischer Führer und Stratege, davon bin ich überzeugt; auch dass er uns mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.

    Ja, die Reichsregierung bereitet in der Tat einen Entwurf vor, um ihm der Reichsversammlung, und natürlich auch Euch, als weitere Diskussionsgrundlage vorzustellen. Da der Justizminister Zhong Li Wei derzeit in Xinhai weilt, um über ein freies Geleit unserer Streitkräfte zu verhandeln, hat derweil das Reichskanzleramt die Federführung übernommen.

    Der Grundgedanke des Entwurfs ist der Folgende:
    Erstens sollen nach den Vorstellungen des Reichskanzleramtes erstmals Grundrechte in die Verfassung aufgenommen werden. Damit schließen wir zu den modernen Verfassungsstaaten auf. Diese Grundrechte sollen verbindlich und auch individuell einklagbar sein, weswegen eine gesonderte Verfassungsgerichtsbarkeit eingeführt werden soll.
    Des Weiteren prüft das Reichskanzleramt gemeinsam mit dem Justizministerium die derzeit in der Reichsversammlung vorliegenden Einzelentwürfe und schaut wie sie verbessert werden können oder ob die derzeit geltende Reichsverfassung eine bessere Regelung bereithält.
  • Sie untebricht ihren Gang und wendet sich an die garsieten, die einige Meter hinter ihnen laufen.

    Seine Exzellenz wird Mir nichts tun, Ich möchte alleine mit ihm reden.

    Die Gardisten müssen sich zurückziehen, auch wenn sie niemals wirklich weg sind. Aber zumindest gehen sie aus dem Blickfeld. Nun kann die kaiserin so offen reden, wie es eben einer Kaiserin nur möglich ist. Sie schreitet wieder voran.

    Ich werde natürlich jedweden Entwurf sorgfältig und wohlwollend prüfen, auch wenn selbstredend Prinz Ju die letzte Entscheidigung zusteht, solange die Regentschaft noch andauert. Euch als Reichskanzler möchte Ich aber während unseres Spaziergangs Meine Sicht der Dinge darlegen und Euch darstellen, wie Ich Meine künftige verfassungsmäßige Rolle sehe.

    Meine Hohen Ahnen haben dem Volk und den Organen des Reiches, dem Reichskanzler, der Reichsregierung, der Reichsversammlung, dem Kaiserlichen Gerichtshof usw. ihre Aufgaben zugewiesen und ihnen ihren Teil der Ausübung der kaiserlichen Staatsgewalt übertragen. Und gerade weil ihnen ihre Aufgaben übertragen worden sind, ist ihnen auch bei der Ausübung dieser voll und ganz zu vertrauen. Könnte Ich als vom Himmel erwählte Trägerin seines Mandates dies nicht, dann, Euer Exzellenz, wären den Organen ihre Aufgaben eben nicht übertragen worden. Kurzum bedeutet dies zuallererst für Mich, dass die Organe ohne Mein direktes Eingreifen in Meinem Namen handeln können. Die Reichsversammlung soll in Meinem Namen Gesetze verabschieden, ohne dass Ich den Abgeordneten sage, wie sie auszusehen haben. Ihr, Euer Exzellenz, sollt die Regierung in Meinem Namen führen, ohne dass Ich euch sage, was Ihr zu habt oder was die Minister zu tun haben. Der Kaiserliche Gerichtshof soll ein Urteil sprechen, ohne dass Ich den Richtern sage, wie es auszusehen hat. In früheren Zeiten war es vollkommen normal für Meine kaiserlichen Ahnen, dass fast alle Aufgaben der kaiserlichen Staatsgewalt an die Statthalter, die Beamten usw. delegiert waren. Viele Meine kaiserlichen Ahnen mittelten fast ausschließlich als Söhne des Himmels zwischen Himmel und Erde und griffen nur in die Ausübung Staatsgewalt in ihrem Namen ein, wenn es absolut notwendig war oder eine Gefahr nichts anderes zuließ. Eine solche Delegation ist in modernen Zeiten die Verfassung, die Ich entsprechend aussehen lassen möchte.

    Ich muss nicht immer vor der Reichsversammlung sprechen dürfen. Nur einmal soll dies geschehen: Dann wenn Ich die neue Reichsversammlung einberufe und ihren vom Volk gewählten Mitgliedern die Aufgabe übertrage, in Meinem Namen Gesetze zu beschließen. Ich muss Ihnen nicht sagen, wie sie lauten sollen - wenn Ich sie nicht gutheißen kann, kann Ich eine Volksabstimmung einleiten.
    Es müssen nicht ständig Konsultationen zwischen Mir und dem Reichskanzler stattfinden. Ich ernenne Ihn aufgrund des Wahlergebnisses und übertrage ihm damit die Führung der Regierung in Meinem Namen. Ich muss ihm nicht sagen, wie er die Regierung zu führen hat - sollte eine Gefahr für das Reich entstehen, die er alleine nicht abwenden kann, oder sollte er warum auch immer von der Erde verschluckt werden, kann Ich den Notstand erklären.
    Ich muss nicht immer vor dem Kaiserlichen Gerichtshof angehört werden. Ich ernenne die Richter gemäß der Rechtsordnung und übertrage ihnen damit die Kompetenz, in Meinem Namen Urteile zu sprechen. Ich muss ihnen nicht sagen, wie ihr Sprüche lauten muss - wenn Ich sie nicht gutheißen kann, kann Ich die kaiserliche Gnade aussprechen.

    Ich vertraue Organen, denn wenn man ihnen nicht vertrauen könnte, hätten sie nicht ihre Aufgaben und Kompetenzen. Ich vertraue dem Volk, denn wenn man ihm nicht anvertauen könnte, die Mitglieder der Organe durch Wahl zu bestimmen, würden keine Wahlen stattfinden. Daher sollen die Betreffenden ihre Aufgaben und Kompetenzen in Meinem Namen ausüben, ohne dass Ich, sofern es nicht unbedingt notwendig ist, eingreife - und Ich trage als wichtigste direkte Ausübung Meiner Staatsgewalt die Sorge dafür, dass die Himmlischen Mächte Thron, Reich und Volk immer und auf Ewigzeiten Glück und Harmonie schenken.

    Damit endet sie zunächst, um dem Reichskanzler die Möglichkeit einer Antwort zu geben. Im weiteren Verlauf wird sie u. a. auf den kaiserlichen Oberbefehl über die Streitkräfte zu sprechen kommen.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Selbstverständlich, Majestät, wird sich durch die von der Reichsregierung angestrebte Verfassungsänderung nichts an Eurer Stellung als Tochter des Himmels oder an der Himmlischen Ordnung geändert werden, ebensowenig wie an der von Euch beschriebenen Verantwortung der staatlichen Institutionen.
  • Lächelt und nickt.

    Aber an Eurer bzw. an derjenigen des Amtes des Reichskanzlers sollte sich etwas ändern. Der Reichskanzler ist der Oberste Beamte, Feldherr und Diplomat des Throns und des Reiches, und so sollte er in der Verfassung auch wieder bezeichnet werden, ganz so, wie es früher der Fall war.

    Dadurch, dass ihm bereits jetzt die gesamte innere und äußere Verwaltungsbefugnis übertragen ist, sind die beiden Begriffe des Obersten Beamten und Obersten Diplomaten bereits heute mit Leben gefüllt. Bliebe also noch derjenige des Obersten Feldherren: Natürlich gibt beispielsweise das Gesetz über das Militär dem Reichskanzler eine eigene Kommandogewalt, und mein Vater hat darüber hinaus dem Reichskanzler das Recht übertragen, die Truppen zu mobilisieren. Auch kaiserliche Truppenentsendungen finden auf Vorschlag des Reichskanzlers statt. Er hat daher bereits jetzt die politische Verantwortung für den Einsatz der Streitkräfte, die Verwaltungsverantwortung obliegt ihm und der Reichsregierung sowieso. Und gerade, weil er die gesamte Verantwortung trägt, sollte er auch wieder unter normalen Bedingungen - und solange keine extreme Notlage vorliegt - im kaiserlichen Namen den Oberbefehl über die Streitkräfte ausüben.

    In früheren Zeiten bekam vor einem Feldzug der kommandierende General durch eine Zeremonie von Meinen Ahnen die Befehlsgewalt in ihren Namen übertragen. Es ist lange her, dass einer meiner Ahnen selbst Truppen in die Schlacht geführt hat. Stattdessen wurden die besten Truppenführer ausgewählt und Meinen Ahnen haben den Kampf vor den Mächten des Himmels verantwortet.

    Genau so stelle Ich Mir es auch in modernen Zeit vor: Während der Oberbefehl über die Streitkräfte im Thron verankert ist und der Kampf aufgrund des kaiserlichen Siegels geführt wird, ist der Reichskanzler sozusagen dauerhaft der mit der Truppenführung kommandierende General und für den politischen Entschluss des Einsatz der Streitkräfte verantwortlich.

    Die Verbundenheit zwischen Thron und Streitkräften wird damit nicht gestört. Denn während die Soldaten ihren Eid auf Meine Person ablegen und in Meinen Namen ihren Kampf führen, werde Ich ihren Heldenmut durch das kaiserliche Siegel vor den Mächten des Himmels legitimieren und deren Schutz für unsere Soldaten erbitten.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Angekündigt durch die drei einige Meter vorweglaufenden kaiserlichen Hunde tritt Ihre Majestät lächelnd nickend auf den Wartenden zu.

    Euer Exzellenz,

    Ich darf Euch ein wahrlich gutes Gespür für das Schaffen einer angenehmen Konversationsatmosphäre attestieren, die bei diesen Temperaturen hier im Freien der Gärten deutlich schöner ist als in den Palasthallen. Und nun dürft Ihr in einer solchen Atmosphäre natürlich auch Euer Anliegen frei ansprechen.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Einen solchen Garten sollte man nutzen, so oft es nur geht.
    Ich hatte gehofft, dass Euch meine Einladung in Euren Garten gefallen würde. :chin:

    Nun denn. In der Reichsversammlung ward die Abstimmung über neue Verfassung ja ausgesetzt, weil die Zustimmung dazu aufgrund eines zu geringen Quorums gefährdet war. Jedoch ist mir kürzlich ein Denkfehler aufgefallen, dem auch ich aufgesessen bin:

    Die Reichsverfassung sieht einzig den Fall ihrer Änderung vor. Dabei gibt es eine hohe Hürde in Bezug auf den Konsens, um die Stabilität der bereits etablierten Verfassungsordnung zu gewährleisten. Außerdem wird der Souverän gefragt, ob er mit der Änderung einverstanden ist, was sich in einer Volksabstimmung ausdrückt.

    Eine Komplettrevision ist aber nur in begrenztem Umfang mit einer Teilrevision zu vergleichen, denn es wird ja nicht die bestehende Ordnung geändert, sondern eine völlig neue Ordnung etabliert - ganz gleich, wie ähnlich diese neue Ordnung auch der alten sein möge.

    Folglich legt nur eine Minderheit der Rechtsgelehrten eine Komplettrevision als eine Änderung der bestehenden Verfassung aus. Die herrschende Meinung erkennt in der Totalrevision einen Akt des Souveräns, den dieser vornehmen kann, ohne die konstituierte Gewalt fragen zu müssen.

    Im aktuellen Fall besteht ja bereits breit erklärter Konsens bzw. fehlt ein erklärter Dissens darüber, dass eine neue Verfassung in Kraft gesetzt werden soll. Die Zustimmung der Reichsversammlung nach altem Recht kann somit als entbehrlich betrachtet werden, solange der Souverän eine neue Verfassung in Kraft setzt.

    Daher schlage ich Eurer Majestät vor, die Abstimmung über die neue Verfassung kraft Eurer Souveränität alsbald anzusetzen und klare Verhältnisse zu schaffen.
    Zheng Guo
    Reichskanzler des Gelben Reiches
  • Gefallen hat sie mir tatsächlich. Vielleicht darf ich Euch meinerseits zum Dank das nächste Mal in den Garten der Reichskanzlei einladen. :)

    Sie setzt sich leicht in Bewegung.

    Lasst uns ein Stück gehen, dabei fließen die Gedanken besser.

    Die derzeitige Arbeitsmoral einiger Mitglieder der Reichsversammlung ist wahrhaft alles andere als erquicklich. Die notwendige Zweidrittelmehrheit würde wohl nicht zustande kommen, das ist richtig. Jedenfalls habt Ihr dort einen interessanten Vorschlag unterbreitet, der unser aller Problematik Abhilfe schaffen würde. Das Hofamt wird ihn dem ehrbaren Obersten Richter vorlegen, um dessen juristische Expertise und Absegnung einzuholen.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin