Yen Jay

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  • Der Großpräfekt führt Yen Jay in die Halle der Höchsten Harmonie, die von Gardisten geradezu gesäumt ist.
    Unterhalb und etwas seitlich versetzt des Drachenthronpodestes ist wieder die Tafel aufgebaut und bestückt. Aufmerksamen Beobachtern wird aber auffallen, dass sie dieses Mal etwas anders steht als sonst und der Platz für den Gast perfekt auf einige Vorhänge ausgerichtet ist, die sonst auch nicht in der Halle hängen ... Dass man die Schemen dahinter deutlich erkennen kann, hat man gar nicht versucht, groß zu kaschieren.


    Vor dem Drachenthron angelangt verneigt der Großpräfekt das Haupt vor der darauf wartenden Kaiserin ...

    Euer Majestät,

    ich darf Euch den ehrenwerten Yen Jay aus dem Hause Te melden.

    ... und zieht sich daraufhin etwas zurück.
    Cuī Xiāo Hán

    Großpräfekt des Kaiserlichen Hofamtes
  • Die Kaiserin lächelt den beiden Angekommen zu.


    Habt Dank, ehrbarer Großpräfekt.

    Nachdem sich dieser zurückgezogen hat, wendet sie sich dem Gast zu.

    Yen Jay aus dem Hause Te, seid willkommen. Nehmt Euch diese Sicherheitsmaßnahmen nicht zu sehr zu Herzen. Das Hofamt bestand Tag und Nacht darauf. Ich dagegen bin der Überzeugung, dass ich in Eurer Nähe sogar sehr sicher aufgehoben bin. Denn ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass Ihr Xi Wang Long Ju zum Kaiser machen wollt.

    Im Augenwinkel sieht sie, wie es dem alten Großpräfekt misslingt, ein Naserümpfen zu unterdrücken. Die Kaiserin dagegen lächelt Yen Jay mit einem leichten Augenaufschlag gutherzig zu.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Yen Jay verneigt sich tief.

    Eure Majestät. Es freut mich, dass Ihr mir die Ehre zuteil werden lasst, Euch unter vier und vielen Augen zu sprechen. :)

    Mit Uniformierten bin ich groß geworden. Die Symbole der Macht sind beeindruckend, auch wenn sie auf mich weniger Wirkung haben als als die meisten anderen. Aber soviel Aufmerksamkeit bekomme ich sonst nur, wenn ich in einem meiner Casinos im Abendprogramm selbst ein Ständchen bringe.

    Lächelt bei der Erwähnung Long Jus.

    Man kann niemanden zum Kaiser machen, sofern "man" nicht der Himmel ist, der seinen einheitlichen Willen durch verschiedene Werkzeuge verwirklicht. Dennoch zeugt es von großer Weisheit, die Geringwertigkeit alternativer Entscheidungen aufzuzeigen ...
    Diese Feh ... diese "Verstimmung" zwischen dem Hause Long und Te betrifft jedoch nicht Euch. Ihr seid meine Kaiserin, ich bin Euer Untertan. Ich diene und ich liebe Euch.
    Yen Jay
    Reichskanzler - Nán Gōngjué - 8-9-3


    Zhídào dìpíngxiàn
    Bis zum Horizont
  • Ihr seid wahrhaftig so galant und redegewandt, wie ich Euch aus der Reichsversammlung in Erinnerung habe ... und wie man mich von verschiedenen Stellen mehrfach gewarnt hat.

    Das Lächeln verschwindet nicht, als sie sich sich von ihrem Thron erhebt und die Stufen des Podestes herabsteigt.

    Auf diese "Verstimmung" können wir später zurückkommen und macht Euch auch keine Sorgen, ich werde Euch nicht auffordern, ein Lied für mich zu singen - obwohl es mich wirklich reizen würde zu erfahren, ob Eure Singstimme ebenso gewandt ist. Ich freue mich aber bereits darauf, dies nachzuholen. In diesem Moment aber möchte ich nur, dass Ihr mit mir Platz nehmt. So lässt es sich doch deutlich angenehmer reden.

    Während einige Diener die entsprechenden Stühle verschieben, macht die Kaiserin eine leichte Geste in Richtung des für den Gast vorgesehenen Platz an der mit Erfrischungen aller Art gedeckten Tafel und lässt sich selbst auf dem ihrem nieder.

    Wenn Ihr Euch einige dieser Köstlichkeiten begehrt, dürft Ihr Euch gerne bedienen ...

    Sie nimmt sich selbst nur eine Schale voll Tee.

    ... und Euch von mir bereits jetzt wegen wegen der Auswahl dieser ausgezeichneten Pferde danken lassen! Aber ich denke nicht, dass Ihr diese Unterredung gesucht habt, nur um zu erfahren, welches der Pferde ich gewählt habe. Also: Was führt Euch denn nun wirklich zu mir?
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Nein, Eure Majestät,
    meine Gesangsstimme eignet sich nicht für ehrwürdige Hallen. :)
    Ich bin wegen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft hier.

    Yen Jay will gerade zum Wasser und zum Chili greifen, greift dann aber nur zu stillem Wasser und einer Zitronenscheibe, um nicht zu riskieren, buchstäblich ins Schwitzen zu kommen.

    Zur Vergangenheit: Ich war auch Euer Bildungsminister. Ich gehöre einer Familie an, die einst selbst in diesem Palast lebte und heute noch in Chinopien lebt. Die anderen Familien sind verschwunden, um nur die Toyotomi und die Zhongli zu nennen. Allein dieser Status verpflichtet mich, mich meiner Kaiserin einmal persönlich vorzustellen. Und dass sich große Familien Geschenke machen, ist chinopische Tradition.

    Er trinkt einen Schluck.

    Zur Zukunft: Euer Volk ist in Bewegung. Dinge werden sich ändern. Aber da mache ich mir keinerlei Sorgen. Denn die Dinge haben sich immer schon geändert. Wahrheit ist, wenn eine Aussage mit der Realität übereinstimmt. Ändert sich die Realität, wird die Aussage, die einst wahr war, falsch. Chi und Shachi wirken unablässig. Kleine Wahrheiten sind leicht zu ändern, große Wahrheiten ändern sich nicht von heute auf morgen, weil dafür viel mehr Energie nötig ist. Deswegen mache ich mir da keine Sorgen.

    Er trinkt erneut einen Schluck.

    Doch nun zur Gegenwart, dem einzigen Zeitpunkt, in dem man handeln kann: Sofern es Euch möglich ist, rate ich Euch dazu, wenigstens ein Lebensjahr lang eine chinopische Schule zu besuchen. Ich zweifle nicht daran, dass man Euch alles wichtige beigebracht hat und Ihr auch mit Neugier und Interesse neues Wissen erwerbt.

    Doch Gruppendynamik, Briefchen schreiben, Schulsport, Nachhilfe für einen anderen, Nachsitzen, Pflicht-oder-Wahrheit-Spiele, Mut- und Ekelproben, Freunde finden, mit ihnen schöne Zeiten erleben und gemeinsam Blödsinn anstellen, die erste Romanze, der erste Herzbruch, der Abschlussball und vieles andere ist im Palast nicht möglich.

    Bleibt diesem Palast so lange fern, wie ihr es könnt. Es ist ein eigener Kosmos und Ihr seid das Zentrum, um das alles - immer mit gebotenem Abstand - kreist.
    Yen Jay
    Reichskanzler - Nán Gōngjué - 8-9-3


    Zhídào dìpíngxiàn
    Bis zum Horizont
  • Handlung:
    Kocht innerlich, als dieser ... dieser Schürzenjäger ... und Süßholzraspler der Kaiserin Honig umden Mund schmiert. Leider darf sich der Großpräfekt nichts anmerken lassen, wobei sein Kopf dennoch bestimmt rot anläut.

    Einzige Aufmunterung für ihn ist, dass sich, als der Wind einen der Vorhänge leicht bewegt, durch den Stoff der charakteristische Abdruck einer Gewehrmündung abzuzeichnen beginnt - genau auf den Gästeplatz gerichtet ... Natürlich nur für den Fall der Fälle, aber es beruhigt den Großpräfekten ungemein ...

    Cuī Xiāo Hán

    Großpräfekt des Kaiserlichen Hofamtes
  • Wohlwissend, dass die Nachfolge- und Vergeltungsmaßnahmen vgl. einer Amaterasu-Anweisung greifen würden, sollte Yen Jay sich nicht innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zurückmelden, kann Yen Jay nur schmunzeln, als sich der Vorhang bewegt.


    Dann schaut er zum Großpräfekten und entdeckt eine hervortretende Ader an dessen Schläfe.
    Bevor jener Nasenbluten bekommt, zwinkert Yen Jay ihm lieber mal süffisant lächelnd zu.

    Dann überlegt er, ob er mit dem Stuhl kippeln soll. Dabei umzukippen, wäre definitiv einer Anekdote wert ... Ach was soll's? Gleich mal antesten ... dieser Stuhl würde wohl eher peinlich knarksen. Lassen wir das ...
    Yen Jay
    Reichskanzler - Nán Gōngjué - 8-9-3


    Zhídào dìpíngxiàn
    Bis zum Horizont
  • Während sie das ein oder andere Mal einen Schluck Tee zu sich nimmt, hört sie Yen Jays auch schön zu folgenden Worten aufmerksam zu.


    Und ich bedanke mich wahrhaft für das Geschenk. Und bevor ich Euch meine Entscheidung mitteile, möchte ich dieses Geschenk in gewisser Weise erwidern: Der Regent und ich sind uns darüber einig, dass das Haus Te wieder in den ihm zustehenden Rang erhoben werden soll, den es, so sagte man mir, aus einigen bürokratischen Gründen verlor. Daher möchte ich und möchte auch der Regent noch vor Ende der Regentschaft das Haus Te in den Stand eines prinzlichen Hauses erheben, damit stets sein Oberhaupt den Titel und den Rang eines Prinzen einnimmt.

    Nimmt kurz noch einen Schluck und das Lächeln kehrt in ihr Gesicht zurück.

    Damit wärt auch Ihr wieder formeller Teil der Thronfolge. Ich hoffe, dies macht unsere Aufpasser nicht noch aufmerksamer auf Euch.

    Stellt ihre Schale auf dem Tisch ab, das Lächeln behält sie aber bei sich.

    Ob Ihr es glauben wollt oder nicht, für meine Zukunft ist tatsächlich etwas in der Art geplant. Manche behaupten, die Ausbildung durch das Hofamt sei die härteste, was man erleben kann. Und ich kann Euch "unter uns" sagen, die Erzieher, die Long Ju und das Hofamt für mich aussuchten, wussten sehr viel und wollten, dass ich noch viel mehr weiß. Es gibt wohl nicht viele 10 oder 11-Jährige, die in diesem Alter bereits praktisch alle der großen Klassiker der Geschichtsschreibung unseres Volkes mehrfach gelesen haben und darüber auch unangekündigt und zu schlafzeitigen Stunden abgefragt worden sind. Jedenfalls werde ich bald sehen, ob es nicht doch noch eine härtere Ausbildung geben kann: Denn im nächsten Jahr werde ich mit dem Ablegen der Hochschulzugangsprüfungen der Kaiserschule meine schulische Ausbildung beenden und ein Studium an der Kaiserlichen Militärakademie beginnen, das neben den klassischen Bereichen von Recht, Wirtschaft, Geschichte und Politik natürlich auch die militärischen Angelegenheiten aller Teilstreitkräfte umfasst. Aber man scheint dort schon in heller Aufregung zu sein und sich zu fragen, wer sich wohl trauen wird, der eigenen Oberbefehlshaberin Befehle und Verweise zu erteilen.

    Lächelt vergnügt weiter.


    Aber mit einer Romanze wird es wohl doch eher etwas schwieriger. Wobei ... Das Hofamt hat mir schon von frühester Jugend an zu verstehen gegeben, dass man sich - natürlich nur: ganz vielleicht und wenn es mir genehm sein sollte - wünscht, dass mein zukünftiger Ehemann ein schneidiger chinopischer Offizier aus gutem adeligen Hause sein sei. Unsere daoistischen Priester sagen, damit seien Yin und Yang am besten harmonisiert. Ich könnte unsere Aufseher jetzt noch aufmerksamer machen, indem ich Euch fragte, ob nicht auch Ihr ein Offizier unserer Streitkräfte seid.

    Aber das alles wird die Zukunft weisen.

    Zum ersten Mal wird das Lächeln etwas weniger, auch wenn es nicht ganz verschwindet, und sie wird ernst.

    Die Gegenwart allerdings ist momentan wirklich in Bewegung. Wenn zwei Kräfte aufeinander prallen gibt es Spannungen. Dabei sind wir in Chinopien doch immer am besten gelitten, wenn wir Tradition und Moderne vereint haben. Als wir in unseren konservativen Ansichten verharrt sind, ist unser Reich im 19. Jahrhundert geradezu gedemütigt worden. Als wir nur auf die modernen Züge aufgesprungen sind, führte es zu Chaos und Teilung.

    Nimmt wieder ihre Teeschale auf und nippt daran. Ihrem Gegenüber möchte sie nun die Möglichkeit zu reden geben.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Jegliche Heiterkeit ist aus dem Antlitz Yen Jays verschwunden, als er die Wiedereinsetzungpläne vernimmt. Er versinkt mit dem Blick auf das Wasser vor ihm in Gedanken und folgt den Worten der Kaiserin nur oberflächlich. Die Gedanken kämpfen gegen wechselnde Emotionen: Freude, Wut ... wieder und wieder ... Irgendwann bemerkt er, dass da gerade niemand mehr redet. Er hebt den Blick und schaut der Kaiserin direkt in die Augen.

    Ich bin dieses Geschenkes nicht würdig.
    Und gleichsam verbietet meine Würde, vor dem Regenten zu knien, auch wenn er nur dabei steht, während ich vor Euch knie.
    Daher danke ich Euch untertänig, dass Ihr mich für würdig erachtet - und lehne ab.

    Senkt den Kopf zu einer dankbaren Verneigung, während er wieder lächelt und versucht, die Erinnerungsfetzen an die letzten Worte der Kaiserin zusammenzufügen. Doch, da war etwas ...

    Da die Verfassung ohnehin überarbeitet wird, kann man auch den Kaiserlichen Oberbefehl auch entfernen. Ob das allerdings etwas an der Behandlung ändern würde, bezweifle ich. Als ich an der Kaiserliche Militärakademie war, funktionierte dies nur mit falschen Angaben bzgl. meines Namens, meiner Herkunft und meines Alters. Nur der Kommandeur der Akademie wusste die Wahrheit.

    Hatte sie mir weitere Fragen gestellt? Ich weiß es nicht mehr. Fehler eingestehen und Mut zur Lücke.

    Verzeiht mir, ich war in Gedanken und unaufmerksam. Hattet Ihr mir Fragen gestellt?

    Nippt seinerseits am Glas.
    Yen Jay
    Reichskanzler - Nán Gōngjué - 8-9-3


    Zhídào dìpíngxiàn
    Bis zum Horizont
  • Schaut ihrem gegenüber einige Sekunden ohne Worte an. Dass dieser sonst so selbstsicher auftretende Mann so den Faden verliert, hätte sie nun wirklich nicht erwartet. Ihre Stimme senkt sich leicht in eine Mischung aus Aufmunterung und Ernsthaftigkeit - ganz so, wie es die Situation erfordert. In diesem Moment hört sie sich deutlich eher nach ihrer Mutter als nach ihrem Vater an.



    Ich hatte bereits die Befürchtung, dass Euch der Punkt des Xi Wang in dieser Sache Kopfzerbrechen bereiten wird. Es ist Eure Entscheidung, ob Ihr die Erhebung annehmen wollt. Allerdings solltet Ihr diese Entscheidung überdenken und sie mit Eurem Hause, insbesondere mit Eurem Hohen Vater und Eurer Hohen Mutter bereden. Dem Hause Te gebührt diese Stellung, es ist eines der großen Häuser unser Zivilisation und unseres Reiches.

    Wenn nur Protokollfragen dem im Wege stehen, wird sich immer ein solcher Weg finden, der alle Hindernisse überwinden kann. Diese "Verstimmung", wie Ihr sie bereits nanntet, zwischen den Häusern Long und Te sollte Euch und Euer Haus nicht um ihren Rang bringen, der völlig unabhängig von dem des Hause Long ist.

    Nimmt noch einen Schluck Tee, der aber eher als Überleitung gedacht ist.


    Diese "Verstimmung" ist lange andauernd, tiefgreifend und in vielen Bereichen des politischen Lebens offenbart. Mein Vater ist zu früh von diesem Erdenviereck gegangen, um mir aus seiner Sicht den Grund dafür zu nennen. Der Xi Wang und das Hofamt haben mir natürlich jeweils ihre Perspektive aufgezeigt. Nun, ehrbarer Yen Jay, möchte ich natürlich auch einmal diejenige des Hauses Te vernehmen, damit das Bild ein ganzes ergibt.

    Blickt Yen Jay wirklich sehr an der Antwort interessiert an.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Muss beim Gedanken an eine Umgehung des Protokolls lächeln.

    Da wir schon von der Geschichte sprechen: Im Westen gab es in Bezug auf Papst und Kaiser die Zwei-Schwerter-Theorie: Gott hat ein weltliches und ein geistliches Schwert als Symbole der Macht. Der Kaiser bestand auf der Ansicht, dass Gott ihm das weltliche Schwert direkt gab. Der Papst bestand darauf, dass er als Stellvertreter Gottes beide Schwerter empfangen hat und das weltliche an den Kaiser weitergibt. Über diese einfachen protokollarischen Streit wurden hunderte Jahre Streitigkeiten ausgefochten.

    Eure Majestät sollte vielleicht nicht in Anwesenheit des Großpräfekten die beiläufige Lösung protokollarischer Hindernisse erwähnen. Denn das Protokoll fließt metaphorisch durch seine Adern - und gerade tritt es wieder an seinen Schläfen hervor. ;)
    Aber wie Ihr wünscht, berate ich mich mit meiner Familie. Jedoch wird die Frage aufkommen, ob es nur der allgemeine Prinzenrang sein soll oder ein bestimmter.

    Er nimmt einen Schluck Wasser.

    Ihr wisst, dass derjenige, der einen Kaiser entthront, Hochverrat begeht, da er die Herrschaftsordnung umwirft. Wird er dadurch selbst Kaiser, wird die Tat gerechtfertigt. Das ist der Entzug und die Neuvergabe des himmlischen Mandates.
    Euer kaiserlicher Vater war Reichskanzler und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Seine Befehle führten den Sturz meiner kaiserlichen Mutter herbei. Er wurde später Kaiser. Dadurch ist er gerechtfertigt. Das gilt auch für Long Ju und jeden anderen Befehlsempfänger des damaligen Reichskanzlers. Der sich gemäß dem Tatplan verhalten hat.

    Doch Long Ju beging einen Exzess. Er wollte nicht nur die Entthronung, sondern den Tod meiner kaiserlichen Mutter, was euer Kaiserlicher Vater keineswegs wünschte. Soweit ich weiß, sollte das Werkzeug Gift sein. Long Ju wurde damals von der Kaiserlichen Garde so beobachtet, wie ich es heute werde. Meine kaiserliche Mutter erzählte mir, dass ihr die Garde sogar eine Amaterasu-Anweisung empfohlen hat.
    Ihr wisst, wie es endete. Ich wurde als kleiner Junge zu meiner eigenen Sicherheit ins Ausland gebracht, bevor meine kaiserliche Mutter dann abdankte und sich in der Zeit des Überganges erst einmal auf dem Stammsitz in den Bergen einschloss.

    Und seit jenen Tagen sitzt meine kaiserliche Mutter metaphorisch am Ufer des Flusses und wartet.
    Yen Jay
    Reichskanzler - Nán Gōngjué - 8-9-3


    Zhídào dìpíngxiàn
    Bis zum Horizont
  • Die vollkommen anderen historischen und philiosophischen Traditionen des Westens sind faszinierend, auch wenn sie nach den unseren natürlich teilweise vollkommen falsch sind. Das Interesse am Westen ist mir ja praktisch in die Liege gelegt worden. Wusstet Ihr, dass meine Mutter bis heute Katholikin geblieben ist? Das ist natürlich etwas, was man nicht groß und offen kommuniziert. Denn es könnte immer noch in großen Teilen unserer Gesellschaft für helle Aufregung sorgen.

    Man gießt ihr noch eine Schale voll Tee ein.

    Um über den genauen Rang zu befinden, muss der Prinzenrang zunächst generell angenommen werden. In diesem Punkt ist das Protokoll unerbittlich.

    Lächelt, und geht dann zum nächsten Punkt über, wobei das Lächeln einer ernsteren Miene weicht. Yen Jays Ausführungen haben ihren bereits seit langem gehegten Verdacht bestätigt, was Long Ju damit wohl meinte, wenn er stets sagte, er habe damals Amai Li sein "Pillendöschen" geschenkt.

    Habt Dank für Eure Ausführung. Sie hat mein Bild von den damaligen Ereignissen noch einmal sehr erhellt.

    Sie übergeht die Rolle ihres Vaters. Yen Jays Worte entsprechen in diesem Punkt denjenigen offiziellen der Hofchronisten. Allerdings hat der Großpräfekt ihr einmal hinter vorgehaltener Hand eine andere Version erzählt: Die Initiative und der erste Befehl sei damals gar nicht von ihrem Vater, sondern vom Generalstab selbst ausgegangen. Ihr Vater habe sich erst später, nachdem der Palast bereits abgeriegelt gewesen war, an die Spitze gesetzt, um Schlimmeres sowohl für die Person Amai Lis als auch für die Demokratie in Chinopien zu verhindern. Ursprüngliches Ziel des damaligen Generalstabes sei es gewesen, denjenigen, der ihr nun im Erwachsenenalter gegenüber sitzt und damals im Kleinkindalter war, auf den Thron zu setzen. Über die weiteren Ziele konnte der Großpräfekt nur spekulieren, zerschlugen sie sich doch an der letzten Standhaftigkeit Amai Lis ... und wahrscheinlich an der Zügelung des Militärs durch ihren Vater. Dies jedoch als offizielle Version zu verbreiten, unmöglich ...
    Jedenfalls sollte diese Geschichte die damals noch viel jüngere Kaiserin lehren, dass die Streitkräfte stets Hüter, Schwert und Lebensversicherung der Monarchie und des Drachenthrons sind; bringt ein Kaiser selbst jedoch durch sein Handeln oder Nicht-Handeln die Himmlische Ordnung in Gefahr, sind die Streitkräfte auch die Exekutoren des Himmlischen Willens und des Übergangs seines Mandates.

    Eure Mutter ... Wohin genau hat sie Euch bringen lassen?
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Ich wurde nach New M'ing in den Vereinigten Staaten geschickt. Weit weg von Chinopien, wo man als Chinope aber ethnisch nicht weiter auffiel. Und dann bin ich ganz normal als Bürgerlicher aufgewachsen. Ich ging auf eine öffentliche Schule, hatte Ferienjobs und machte meinen Abschluss. Und danach wurde ich über meine Abstammung aufgeklärt - eine unglaubliche Geschichte. Dann kehrte ich nach Chinopien zurück und ging an die Kaiserliche Militärakademie. Danach verschwand ich erneut in die Vereinigten Staaten und machte meinen MBA.

    Nimmt sich ein neues Wasser, diesmal mit ein wenig Ingwer.

    Am Christentum faszinieren mich vor allem die Sakralbauten. Kürzlich erst hatte ich einen Traum von einer Kathedra-

    Er stutzt kurz und schaut die Kaiserin mit verengten Augen an, wie man das eben tut, um etwas zu finden -

    ... einer Kathedrale, die ich wohl am Tag zuvor in einer Dokumentation gesehen habe ...

    Nippt am Wasser.
    Yen Jay
    Reichskanzler - Nán Gōngjué - 8-9-3


    Zhídào dìpíngxiàn
    Bis zum Horizont
  • Wahrhaft eine erstaunliche Geschichte, aber auch eine interessante. Dagegen ist meine wohl etwas überschaubarer: Mich hat man bekanntermaßen nach dem Tode meines Vaters nur nach Tsingtao gebracht, zusammen mit meiner Mutter.

    Legt ihren Kopf leicht zur Seite, als Ihr Gegenüber sie genau betrachtet.

    Aber ich hoffe, jetzt Ihr habt keinen Geist gesehen. Das ist merkwürdigerweise das Letzte, das ich bewusst von meinem Vater in Erinnerung behalten habe, wie er mir hier in dieser Halle von den im Palast hausenden Geistern erzählt. Wegen meines Alters natürlich nur von den guten und hilfreichen. Über die Bösen durften mich später meine Großmutter ...

    Dieses Wort kommt ganz beiläufig heraus. Gemeint ist natürlich Meiling, die Amme-Kaiseringroßmutter.

    ... und der ehrenwerte Großpräfekt aufklären.

    Schaut kurz zu diesem und schenkt ihm jetzt auch einmal ein Lächeln. Sie weiß sehr genau, was er gerade im Inneren mitmachen muss. Wendet sich dann wieder Yen Jay zu.

    Ja, die großen Kirchen sind ein imposanter Anblick. Ich hoffe, auf meiner Reise durch die Welt mir einige davon genauer ansehen zu können. Nach meinem 18. Jahrestag ist nämlich geplant, dass ich unsere Verbündeten sowie die alten und engen Freunde unseres Reiches ganz formell besuche: Futuna, Andro, Pahlawan, Dreibürgen, um nur einige zu nennen, - und vielleicht auch einige neue Freunde. Aufgrund der Herkunft meiner Mutter würde ich natürlich zu gerne ganz Antika durchreisen, aber eben auch Astor.

    Nachdem sie gerade den Großpräfekten noch aufgemuntert, wird sie ihn jetzt wahrscheinlich zu Tode erschrecken ...

    Wenn ich dorthin reise, wärt Ihr aufgrund eurer Kenntnis des Landes der ideale Begleiter.

    Sie nimmt wieder einen Schluck Tee zu sich und lässt das Gesagte einfach einmal im Raum stehen.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Folgt ein wenig gedankenverloren der Neigung des Kopfes ihrer Majestät mit dem eigenen, bevor er wie aus dem Einschlafen wieder nach oben schreckt.

    Majestät,
    ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass Geister existieren. Und sie sprechen mit uns in jeder möglichen Sprache, außer der verbalen: Bilder, Geräusche, Emotionen. Sie zeigen uns das Gute, das Wahre, das Schöne - und offenbaren uns immer eine Alternative der Entscheidung.

    Eure Majestät,
    ich bin ein Mensch, der bürgerlich sozialisiert wurde. Lob ohne Leistung erregt mein Misstrauen, denn gelobter Rücken krümmt sich. Ich möchte daher rational folgendes feststellen:
    Seit ich den Palast betreten habe, war ich nicht mal auf einem 5-metrigen Flur allein. Dieser Saal weist eine Anzahl von Gardisten auf, die beachtlich ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man permanent Waffen auf mich richtet; ich denke sogar, dass sich auf meinem Hinterkopf permanent mindestens drei Laser-Punkte bewegen.
    Wohingegen Ihr mir mit großer Freundlichkeit begegnet. Es erinnert mich an das klassische good cop, bad cop.
    Entweder bekommt der Hof Euch unter seine oder Ihr den Hof unter Eure Kontrolle. Aber ich bin für diese Art von Spielen nicht zu haben!

    Legt beide Hände auf den Tisch und erhebt sich von seinem Platz.

    Eure Majestät,
    sofern Ihr wünscht, dass das Protokoll eingehalten wird, solltet Ihr nun gehen.
    Andernfalls werde ich mich verneigen, Euch den Rücken zuwenden und gehen.
    Yen Jay
    Reichskanzler - Nán Gōngjué - 8-9-3


    Zhídào dìpíngxiàn
    Bis zum Horizont
  • Handlung:
    Hinter einem der Vorhänge erhebt sich eine Stimme wie ein Donnerschlag.



    Hyen Jie!

    Handlung:
    Es ist der größte Vorhang in der Halle der Höchsten Harmonie, und vor allem ist es derjenige, hinter dem die berüchtigte Kaiserinwitwe vor mehr als 100 Jahren die sprichwörtliche Regentschaft hinter dem Vorhang geführt und das Reich faktisch beherrscht hat. Während sich in den anderen Audienzhallen die diesem Zweck dienenden Vorhänge z. T. direkt hinter dem jeweiligen Thron befanden und heute allesamt abgebaut sind, befindet sich dieser hier vom Eingang der Halle aus gesehen links vom Drachenthronpodest mit einigem Abstand zur Wand in der Ecke der Halle. Er ist so befestigt, dass man aus der Position hinter ihm sowohl bequem den Thron als auch den Hallenraum davor überblicken kann. In modernen Zeiten wird er nur noch zu besonderen Anlässen aufgehangen - heute ist so einer.

    Die Stimme der Amme-Kaiseringroßmutter ist hörbar alt geworden, sehr alt sogar. In diesem Moment erinnert sie an Eisregen, kalt und ohne jede Freundlichkeit.



    ... wenn Ihr Euch noch einmal von der Tafel erhebt oder Ihr es sogar wagen solltet, der Tochter des Himmels den Rücken zuzuwenden, ohne dass es Euch gestattet worden ist, sind drei Punkte auf Eurem Hinterkopf das geringste Eurer Übel. Die Gerechtigkeit des Himmels wird Euch bereits in diesen Hallen treffen.

    Handlung:
    Hinter dem Vorhang, der im richtigen Winkel von der (dem Hallenraum zugewandten) Vorderseite aus gesehen realtiv blickdicht ist, erkennt man andeutungsweise, wie zwei größere Schemen einem dritten, im Gegensatz zu ihnen zu sehr kleinen, von einem Stuhl auf die Beine helfen.



    Großpräfekt,

    Ihrer Majestät droht von diesem Kaufmann keine größere Gefahr. Die Tochter des Himmels bedarf hier keiner Unterstützung, ist nun alt genug und mit scharfem Verstand von den Göttern gesegnet. Außerdem bin ich diesen Mann überdrüssig. Lasst sie alleine. Drei Gardisten - und diese werden Hyen Jie im Zweifelsfall seinen Platz weisen.

    Handlung:
    Aus der Richtung hinter dem Vorhang hört man, wie sich eine Tür öffnet. Die Rückseite des Vorhangs wird durch das einfallende Tageslicht erleuchtet, in dessen Richtung der kleine und die beiden großen Schatten schreiten und das mit dem Geräusch einer sich schließenden Tür wieder verschwindet.

    Mèilíng
    Amme-Kaiseringroßmutter
  • Handlung:
    Der Großpräfekt neigt seinen Körper in Richtung des Vorhangs. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als der Anweisung der ältesten Mutter der kaiserlichen Sukzessionslinie, innerhalb der Palastmauern der Traditon folgend die wahre Herrin des Hofstaates, Folge zu leisten.



    Euer Majestät,

    ich werde mich nun zurückziehen, so Ihr es mir erlaubt.

    Handlung:
    Nach dem Nicken der Kaiserin verneigt sich Cui Xiao Han tief vor der Tochter des Himmels und schreitet bedächtigen Schrittes aus der Halle. Zur Verabschiedung von Yen Jay hatte er nur ein ganz kurzes Kopfnicken über. Ihm folgen unzählige Diener und Gardisten, auch solche, die hinter einigen der Vorhänge hervortreten und automatische Waffen tragen. Übrig bleiben nur drei Gardisten: zwei von ihnen treten zum Halleneingang, einer hält sich im hinteren Bereich der Halle auf.

    Cui Xiao Han hat während dieser Audienz ein wahres Wechselbad der Gefühle erlebt. Die Kaiserin liebt er wahrhaftig, trug er sie doch schon als Kleinkind auf dem Arm, und immer, wenn sie die Verbotene Stadt aufgesucht hatte, waren es für ihn, der selbst keine Kinder hat, die schönstern Tage. Sie hat, so denkt Cui, viele gute Eigenschaften ihres Vaters und das noch freundlichere und aufgeschlossenere Wesen ihrer Mutter, doch von dieser hat sie auch eine etwas rebellischere Ader geerbt ...

    Er möchte nur noch die Volljährigkeit der Kaiserin im Dienst miterleben, sie bis zu diesem Zeitpunkt begleiten. Dann wird es wohl doch endgültig Zeit für seinen Abschied, Zeit dafür, einer jüngeren, moderneren Generation im Hofamt Platz zu machen.

    Cuī Xiāo Hán

    Großpräfekt des Kaiserlichen Hofamtes
  • Nachdem sie mit ihrem Gegenüber (mehr oder minder) alleine ist, nippt sie noch einmal an ihrer Teeschale und lächelt wieder.


    Ihr müsst Großmutter sehr beeindruckt haben, sonst hätte sie Mich nie mit Euch alleine gelassen. Aber Kaufmann ...

    Aus dem Fall ihrer Stimme geht klar hervor, dass sie dieses Wort nicht in negativer Absicht verwendet.


    ... wenn Ihr Mir wirklich etwas verkaufen wollt, muss Ich sie zurückholen lassen. Und Ich glaube kaum, dass das Euer Wunsch sein kann. Nun seid Ihr mit Mir alleine, sagt also, was Ihr nur Mir alleine sagen wolltet.

    Das Lächeln bleibt auf ihrem Gesicht.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin
  • Er hatte mit einer Reaktion des Hofes gerechnet, doch nicht mit dieser. Seinen alten Namen hatte er lange nicht mehr gehört, schon gar nicht laut gerufen. Es ist sein Geburtsname, aber einer, der sich durch Exil und Zeit "verflüchtigt" hat.

    Wenigstens muss er seinen kleinen Schreck nicht verstecken, da er sich in Starre ausdrückt. Er muss nur den Kopf drehen. So bleibt er ein wenig starr stehen und blickt zum Vorhang und verfolgt lautlos den Abzug der Gardisten und des Großpräfekten. Dann setzt er sich wieder.

    Nun, ich bin wohl lästig wie eine ... Abortfliege ...
    Ich habe Euch nichts zu sagen, was nicht auch alle Welt hören dürfte. Denn mit Euch ist ein Gespräch niemals privat. So sehr ich die Geste auch zu schätzen weiß, Privatheit gibt es in diesem Palast nicht.

    Der Palast leidet an Verfolgungswahn und er hat allen Grund dazu: Die Menschen sehnen sich nach Veränderung. Die Regentschaft ist ein widernatürlicher Zustand, sie dauerte lange und sie war schlecht für das Staatsleben. Als Bildungsminister hatte ich Umfragen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse mir kürzlich zugespielt wurden, ich muss davon ausgehen, dass der letzte Reichskanzler sie zurückgehalten hatte. Das traurige Ergebnis war: Mittlerweile ist jeder dritte Chinope für eine gänzliche Abschaffung der Monarchie.
    Yen Jay
    Reichskanzler - Nán Gōngjué - 8-9-3


    Zhídào dìpíngxiàn
    Bis zum Horizont
  • Die Kaiserin nippt erneut an ihrem Tee, vollkommen ruhig, allerdings ist das sonst praktisch immer vorhandene Lächeln aus ihren Mundwinkeln verschwunden, als sie die Schale absetzt. Was sie im Folgenden sagt besitzt keinerlei unfreundlichen Tonfall. Die Kaiserin ist deutlich liberaler als ihr Vater - ihre westliche Mutter und das Aufwachsen in Tsingtao machen sich bemerkbar -, wenn es allerdings um ihr Geburtsrecht und ihre Stellung und diejenige des Drachenthrons in der Welt geht, kennt sie keinen Verhandlungsspielraum.

    Umfragen sind immer ein zweischneidiges Schwert. Genauso gibt es Umfragen, dass 92 % der Bevölkerung Qianlongs keinen Zweifel an Meiner himmlisch-göttlichen Herkunft haben. Der Rest sollen Kommunisten oder solche Menschen sein, die sich aufgrund Meiner Mutter davor fürchten, Ich wäre blond und blauäugig und könne nur eine westliche Sprache sprechen.
    Umfragen sind von Natur aus aufgrund unterschiedlicher Dinge wankelmütig, doch sind sie auch gewollter Ausdruck der gewährten Beteiligung des Volkes. Aber nur der Himmel entscheidet über diesen Thron, und somit wird er auch in 10.000 Jahren noch unverrückbar an dieser Stelle stehen, und Meine Nachkommen und Nachfolger werden als Söhne und Töchter des Himmels darauf sitzen, Stabilität und Ordnung der Welt bewahren und das Volk, unsere Zivilisation und Kultur beschützen. Die rein hypothetische Alternative ist denn auch nicht eine Republik nach westlichem Muster, sondern der Fall ganz Chinopiens in die Barbarei der kommunistischen Volksrepublik.

    Ihr Gesicht hellt sich wieder etwas auf.

    Allerdings, das können dann auch einige Umfragen durchaus zeigen, muss sich auch die Monarchie und der Hof im Rahmen der von Mir bereits genannten Verbindung von Tradition und Moderne erneuern - ohne dabei aber nur dem Zeitgeist nachzujagen. Denn welcher Zeitgeist sollte es sein? Derjenige in Tsingtao? Derjenige hier in Qianlong? Oder derjenige in Ostania oder in den Großen Höhen des Goshark? Unsere Monarchie zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch ihre Würde und Tradition all diese unterschiedlichen Lebensgefühle zu verbinden und unter der schützenden Hand des Thrones zu einen vermag. Bei einer solchen Erneuerung darf der Drachenthron daher seinen Auftrag als Stabilisator der Welt nicht außer acht lassen.

    Das Lächeln kehrt nun doch zurück.

    Und ich freue mich darauf, wenn ich endlich volljährig bin, genau diese Verbindung zwischen Tradition und Moderne unserer Monarchie ausbauen zu können. Und seid gewiss, wenn der Himmel einst Meine Großmutter zu sich ruft und Meine Mutter innerhalb des Hofstaates die Weisungen erteilt, wird auch in diesen purpurnen Mauern vieles eine neuen Gang nehmen.
    Qiánài Lí Tiānnǚ Huánghòu
    Tochter des Himmels, Göttlich Erhabene Kaiserin