Chinopisches Neujahrsfest zum Jahr des Feuer-Hahns (28.01.)

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  • Chinopisches Neujahrsfest zum Jahr des Feuer-Hahns (28.01.)

    Der letzte Tag des Jahres des Chinopischen Kalenders ist angebrochen - und damit ist der erste Tag des neuen Jahres nur noch ein paar Stunden entfernt: das Chinopische Neujahrsfest (Nóng-/Qínlì Xīnnián - "Neujahr des Bauern-/Chinopischen Kalenders" od. Chūnjié - "Frühlingsfest") wird das Jahr des Feuer-Affens beenden und mit viel Lärm das des Feuer-Hahns einläuten.

    Das gesamte Reich der Mitte und die Gebiete, in denen Chinopen überall in der Welt verstreut leben, erleuchten in den Farben Rot und Gold. Rot sind die unzähligen Lampen, welche an jedem Haus hängen und die das Glück symbolisieren, sowie die Duìlián, auf denen - wie auf den Lampen - in schwarzer Farbe allerlei Neujahrswünsche zu lesen sind - Gold die Glückszeichen an den Hauswänden.
    Das Chinopische Neujahrsfest ist ein Clan- und Familienfest. In den letzten Tagen hat die größte regelmäßige Migrationsbewegung der Welt eingesetzt, denn die von ihren Familien getrennt Lebenden, sei es, dass ihre Arbeit sie in andere Reichsgebiete oder gar in die Welt verschlagen hat, oder aber, dass sie im Ausland leben, zieht es zu ihren Angehörigen. Die meisten sparen sich ihren ganzen Jahresurlaub auf, um über das Neujahrsfest zwei oder mehr Wochen zu Hause sein zu können. Andere nehmen sich in der Regel fünf bis acht Tage frei, so dass in dieser Zeit das Leben im Staat etwas ruhiger zugeht.
    Da bei dieser Gelegenheit Claninteressen besprochen werden und oftmals auch neue Arbeitsmöglichkeiten angeboten werden, kommt es dazu, dass teilweise bis zu einem Drittel der Heimkehrer nicht mehr an ihre alte Arbeitsstätte zurückkehren, was allerdings einen festen Faktor der Kalkulation darstellt.

    Mit dem Neujahrstag beginnt der fünfzehntätige Rhytmus des Frühlingsfestes, der mit dem Laternenfest sein Ende finden wird.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • Am 27. Tag des 1. Monats 15 Uhr CST schließen im Gelben Reich und meistens auch in den anderen chinopischen Entitäten die letzten noch offenen Geschäfte. Ebenso werden überall in diesen Minuten noch die letzten Handgriffe an den Feuerwerken ausgeführt.

    Mythologisch dient das Feuerwerk bzw. dessen Lärm in Verbindung mit der auch in diesem Sinne wichtigen roten Farbe der Laternen und Spruchbänder dazu, um sich vor dem eben auf Lärm und rote Farbe sensibel reagierenden, menschenfressenden Niánshòu ("Jahresmonster") zu schützen und es zu vertreiben, wenn es von den Bergen herunter- oder nach anderen Überlieferungen aus dem Meer emporsteigt, um seinen Hunger nach dem Tiefschlaf zu stillen.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • In vielen Häusern sind in den Abendstunden die größere oder kleinere Familie zu einem reichhaltigen Festessen zusammengekommen - traditionell u.a. bestehend aus Fisch und Hähnchen. Natürlich wird immer mehr aufgetischt, als man zu sich nehmen kann.
    An die Kinder, was in diesem Fall aber generell soviel bedeutet wie die unverheirateten Familienmitglieder, werden Hóngbāo (rote Briefumschläge) übergeben, die das Yāsuìqián (Neujahrsgeldgeschenk) enthalten, was nicht selten sehr große Ausmaße annimmt, stellen Chinopen doch entgegen aller sonstigen Zurückhaltung gerne so ihren Reichtum und Wohlstand zur Schau.
    Ebenso bereitet man in den nördlichen Gebieten die Jiǎozi, welche man um Mitternacht zu sich nehmen wird, vor, während man im Süden den Niángāo (Neujahrskuchen) zubereitet, dessen Teile man in den folgenden Tagen Verwandten etc. als Geschenk zukommen lässt.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • Zwischen dem Beginn der (Doppel-) Stunde der Ratte (23 Uhr) und dem Beginn des neuen Jahres um Mitternacht verlassen die Menschen das Haus, um das alte Jahr mit hinaus zu nehmen, kehren anschließend aber zurück, öffnen die Fenster und gewähren so dem Glück des neuen Jahres Einlass.

    Viele setzen sodann ihren Weg in die örtlichen Tempel fort - andere zählen zu Hause die Minuten bis Mitternacht herunter.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • Auch wenn das Feuerwerk in einigen Städten bis tief in die Nacht diese erhellte, beginnt der erste Tag des Jahres (Zhēngyuè Chūyī) sehr früh. Man trifft sich wieder im Familienkreis. Sofern ein Familienmitglied sein Yāsuìqián noch nicht erhalten haben sollte, wird es ihm nun überreicht.

    Generell nimmt an diesem Tag die Ahnenverehrung einen großen Platz ein: nicht nur begrüßt man seine Eltern mit einem Neujahrssegen und Komplimenten, man vollführt auch vor der Ahnentafel den Kotau und opfert Räucherstäbchen.

    Im Folgenden wird der Tag dazu genutzt, Freunde und weitere Verwandte zu besuchen und sich anderen angenehmen Dingen zu widmen, z.B. auf das neue Jahr anzustoßen oder die überall aufgeführten Löwentänze (Wǔlóng , eigentlich “Drachentanz”) zu genießen.

    Die Mythologie hinter diesem Tanz geht auf Kaiser Qianlong (1735 - 1796/99) zurück, der eines Nachts einen Traum hatte. In ihm stand er einem Wesen gegenüber, aus dessen Haupt ein Horn ragte. Der Kaiser fühlte sich beängstigt, doch die Kreatur schaute ihn nur an und verschwand mit einem Glitzern in den Augen. Sofort am nächsten Morgen ließ der Kaiser seine Gelehrten und Diener zu sich kommen, um die Bedeutung de Traumes und des Wesens zu untersuchen.

    Man kam zu dem Schluss, dass es sich um einen Löwen handeln könnte, der dem Kaiser zu verstehen geben wollte, dass er ihm gleichrangig sei. Fortan nannte der Kaiser dieses Wesen Ruìshī (“Glückslöwe”).
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • Der Reichskanzler machte zum Sonnenaufgang des Neujahrstages einen Spaziergang von der Reichskanzlei einmal um die Verbotene Stadt herum. Er mag das Böllern am Boden gar nicht mehr, aber er liebt den abklingenden Geruch. Zusammen mit Duft des heraufziehenden Tages gewinnt er auf diese Weise einen Eindruck in die erwachende Stadt - denn immerhin dauert dieser Spaziergang eine ganze Weile ...
    Zheng Guo
    Reichskanzler des Gelben Reiches
  • 3. und 4. Tag

    Der dritte und vierte Tag (Zhēngyuè Chūsān bzw. Zhēngyuè Chūsì) dienen dazu, weitere Verwandte zu besuchen, was oft mit gemeinsamen Reisen der Großfamilie verbunden ist. Jedoch fällt dies bei Familien, in denen ein Angehöriger verstorben ist, drei Jahre aus und man besucht stattdessen dessen Grabstätte.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • Der siebte Tag (Zhēngyuè Chūqī) ist der "Rénrì", der Tag der Menschen bzw. "jedermanns Geburtstag", an dem man ein Jahr älter wird. Früher spielten in Chinopien die individuellen Geburtstage im Gegensatz zu diesen Tag eine weitaus geringere Rolle, jedoch hat sich dies in den modernen Zeiten gewandelt. Für Buddhisten, sofern sie sich nicht generell einem vegetarischen Lebensstil verschrieben haben, ist dies ein vegetarischer Tag.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • 8. bis 10. Tag (4. bis 6.2.)

    Der neunte Tag (Zhēngyuè Chūjiǔ) wird von den Daoisten dazu genutzt, den Jadekaisers (Yù Dì) anzubeten, stellt dieser Tag doch traditionell denjenigen seiner Geburt dar.
    Schon am Abend zuvor, am 8. Tag (Zhēngyuè Chūbā), gab es zu diesem Anlass ein weiteres Familienessen - mit Ausnahme der Auslandschinopen sowie derjenigen, die weit weg von zu Hause ihre Brötchen verdienen, und die sich nun wieder an ihrer Arbeitsstelle einfinden sollen.
    Auch am 10. Tag (Zhēngyuè Chūshí) wird der Geburtstag des Himmelsherrschers gefeiert.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • Da man über die Feiertage zu viel gegessen hat, steht heute Obst und Gemüse auf dem Speiseplan, was den Magen reinigen soll.

    Aber ebenso ist dieser Tag General Guān Yǔ gewidmet, der am Ende der Zeit der Han-Dynastie lebte. Später zur gottgleichen Figur erhoben, wurde er sogar mit Konfuzius auf eine Stufe gehoben. Er steht für Treue, Stärke, Mut und Gerechtigkeit, und soll bis zum Ende seines Lebens, was durch Verrat herbeigeführt wurde, über 100 Schlachten gewonnen haben. Deswegen betet ihn an diesem Tag fast jede Firma und Organisation an. Denn dies ist das Ziel, was ein Geschäftsmann erreichen will.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.
  • Direkt nach Anbruch der Dunkelheit erstrahlen im Reiche die Lichter: am 15. Tag des neuen Jahres steht das Laternenfest an, was den Abschluss des Chinopischen Neujahrs bzw. Frühlingsfestes bildet und die folgende Nacht erhellt.

    Die leuchtend zur Schau gestellten und in allen Variationen zu bestaunenden Lichtbringer - in der chinopischen Symbolik für Fruchtbarkeit stehend - sind teilweise riesengroß. Auf ihre alljährliche Neuherstellung wird großen Wert gelegt. Beliebt sind Darstellungen von Tierkreiszeichen oder Legenden u. ä.



    Wichtiger Part der Begehung des Festes ist das Rätselraten. Solche Rätsel werden auf den Laternen angebracht oder die Symbolik derselbigen enthält ein solches. Wer es errät, erhält ein kleines Geschenk.

    Am Abend wurden in den meisten Haushalten Tāngyuán (Klößchen aus klebrigen Reismehl mit süßer Füllung) verzehrt. Da das Wort "Tāngyuán" ähnlich klingt wie "Tuányuán" ("Familientreffen") steht die Speise symbolisch für den Zusammenhalt innerhalb der Familie. In Chinopien gilt dieser Tag als derjenige der Brautschau und der Ehestiftung.

    Der Tag nach dem Laternenfest wird noch einmal im gesamten Reich arbeitsfrei sein - und sodann wird nach dem zweiwöchigen Festmarathon langsam der Alltag und hoffentlich bald der Frühling einkehren.
    Als Höchstes Prinzip des Himmels wacht der Yù Dì (Jadekaiser) über alle himmlischen und irdischen Angelegenheiten.