Die Terrasse

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    • Die Terrasse

      Te Nian:

      Er hat das Rampenlicht während des Herabschreitens der Treppe zwar genossen,
      doch ist Nian erleichtert, dass er sich endlich aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit entfernen kann.
      Er begibt sich auf die große Terrasse vor dem Ballsaal, holt erst einmal Luft und genießt zum Klang der Musik den Anblick der Sterne.


      Cuī Xiāo Hán:

      Te Nian schrieb:

      Er hat das Rampenlicht während des Herabschreitens der Treppe zwar genossen,
      doch ist Nian erleichtert, dass er sich endlich aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit entfernen kann.
      Er begibt sich auf die große Terrasse vor dem Ballsaal, holt erst einmal Luft und genießt zum Klang der Musik den Anblick der Sterne.


      Nachdem er die Kaiserin selbstverständlich auf die Tanzfläche entlassen hat, entdeckt er zufällig den jüngeren Te-Bruder, den er bisher nur auf Fotos gesehen hat, auf der Terrasse. Jetzt, da alle Augen auf die Kaiserin und den älteren Te-Bruder gerichtet sind, möchte er die sich ihm bietende Gelegenheit nutzen. Also tritt er zu Te Nian hinaus und schreitet einige Schritte auf diesen zu. Der Großpräfekt verbeugt sich.

      Ein wunderschöner Abend, Eure Hoheit, nicht wahr?


      Te Nian:

      Das ist er. Ich hoffe, Ihr könnt ihn ebenso genießen, trotz Eurer Pflichten. Meine Hauptpflicht ist erfüllt:
      Ich bin in aller Öffentlichkeit medienwirksam mit meiner Familie die Treppe herabgeschritten.
      Von Zeit zu Zeit muss ich noch Gespräche führen und mit drei oder vier Frauen tanzen.

      Seht sie Euch an: Diese ganzen kleinen Lichter, wie sie funkeln und sich um sich selbst und ihr Zentralgestirn drehen ...
      Und dann schaut nach oben zu den echten Sternen und Planeten, von denen die da drinnen sich das abgekupfert haben. ;)


      Cuī Xiāo Hán:

      Te Nian schrieb:

      Das ist er. Ich hoffe, Ihr könnt ihn ebenso genießen, trotz Eurer Pflichten. Meine Hauptpflicht ist erfüllt:
      Ich bin in aller Öffentlichkeit medienwirksam mit meiner Familie die Treppe herabgeschritten.
      Von Zeit zu Zeit muss ich noch Gespräche führen und mit drei oder vier Frauen tanzen.

      Seht sie Euch an: Diese ganzen kleinen Lichter, wie sie funkeln und sich um sich selbst und ihr Zentralgestirn drehen ...
      Und dann schaut nach oben zu den echten Sternen und Planeten, von denen die da drinnen sich das abgekupfert haben. ;)


      So wurde es bestimmt: Wie im Himmel - so auf Erden. Wie sich die Sterne um den wunderschönen Polarstern drehen, so drehen wir uns um unsere wunderschöne Kaiserin. Dabei sind ihr manche näher, manche ferner, doch das Zentrum bleibt sie. Wobei ich mir vorstellen kann, um in diesem Bildnis zu bleiben, dass sich viele Damen heute im Tanz um Euch drehen wollen ...


      Te Nian:

      In dieser Welt gibt es nur zwei Tragödien. Die eine ist, nicht zu bekommen, was man möchte, und die andere ist, es zu bekommen.

      Nian schaut ins Innere, wo sein Bruder mit der Kaiserin tanzt. Ein wenig verdrießlich zieht er ein silbernes Etui aus der Innentasche und nimmt die eine unförmige Zigarette heraus, zündet sie am nahen Fackeltopf an und nimmt ein paar Züge, während ein süßlich-herber Geruch auch den Großpräfekten erreicht.


      Cuī Xiāo Hán:

      Hinter der steinernen Fassade des Großpräfekten fängt es an zu brodeln. Er hätte vieles erwartet, doch nicht, hier in eine Opiumhöhle zu geraten!

      Dies ist durchaus korrekt. Allerdings gibt es noch eine dritte Tragödie: Wenn ein junger Mensch seine sich ihm bietenden großen Möglichkeiten aufgrund des eigenen Handelns nicht nutzt.
      Te Nian
      Nán Gōngjué

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Te Nian ()

    • Eure Hoheit, mir steht es nicht zu, über gewisse Dinge zu urteilen. Ich bin weder Polizist noch Richter, und solange Ihr Ihre Majestät nicht damit belästigt, könnt Ihr von mir aus in Eurem Hause tun und lassen, was immer Ihr gedenkt. Jedoch solltet Ihr auch bedenken, dass die Leiter, die Ihr vielleicht erklimmen könntet, Euch zu genau diesen Dingen führen könnte.
      Cuī Xiāo Hán

      Großpräfekt des Kaiserlichen Hofamtes
    • Er blickt den Großpräfekten an, während er kurz nachdenkt.

      Mein Vater ist der höchste Richter des Landes, meine Mutter die höchste Untertanin Ihrer Majestät, ich selbst stehe nicht in der Öffentlichkeit. Wenn Ihr z.B. gerade nach innen schaut, dann seht Ihr, wie Xi Wang von einem der Gardisten wohl nun zur Kaiserin geführt wird. Seine Abneigung gegen diese lästigen öffentlichen Pflichten strahlt deutlich aus ihm heraus. Aber er nimmt sie wahr, weil er muss. Öffentliche Macht und private Freiheit sind in derselben Dimension antagonistische Extreme: Je mehr von dem einen desto weniger von dem anderen.
      Die Zukunft sicher bauen ... Wer metaphorisch immer nur an einem Ort ist und baut, wird sich einmauern, egal wie schön das Bauwerk auch werden mag. Fenster schaffen Sicht, Türen Fluchtmöglichkeiten - und wenn auch nur temporär. Wann wart Ihr das letzte mal "draußen", also aus Euch selbst heraus?
      Te Nian
      Nán Gōngjué
    • Ihr seid ein hochintelligenter junger Mann. Daher darf ich Euch den Rat geben, Euch nicht von Eurer Intelligenz von Wegen versperren zu lassen, auf denen diese Intelligenz allen zugutekäme.

      Te Nian schrieb:

      Einer der Gardisten tritt an die beiden heran und verneigt sich knapp.

      Großpräfekt, Ihre Majestät bedarf Eurer Dienste. Der Reichskanzler ist am Telefon.

      Sehr wohl.

      Er verneigt sich vor Te Nian ...

      Entschuldigt, Eure Hoheit, aber ich werde verlangt.

      ... und bewegt sich zurück in das Innere des Schlosses.
      Cuī Xiāo Hán

      Großpräfekt des Kaiserlichen Hofamtes
    • Te Mai hat sich einen bequemen Korbsessel und einen kleinen Tisch auf die Terrasse stellen lassen und genießt die Strahlen der nachmittäglichen Sonne. Sie liest in ihren alten Tagebüchern, als sie selbst noch die Last einer Krone tragen musste.

      "Der Wunsch des Volkes, zu dienen, zu kämpfen und zu nützen ist groß. Das Kind des Himmels nimmt die Dienste, die Kämpfe und den Nutzen und vergilt durch Liebe, Fürsorge und ehrenwerte Aufgaben."

      "Das Oberhaupt regiert, indem es nicht regiert. Daher wird unser Reich von allem unterstützt, was es unter dem Himmel gibt."

      "Wissen und Weisheit haben sowenig miteinander zu tun wie Regieren und Herrschen."

      "Zeit ist ein Verdickungsmittel - sowohl für Zustände als auch Entwicklungen."

      "Das Reich ist die Verkörperung der Ordnung des Himmels und der Erde, getragen von dem Prinzip, dass für jeden Menschen und jedes Ding ein Platz, eine Aufgabe und eine Tätigkeit existiert. Yin und Yang sind in ihm angelegt: Wandel und Beständigkeit, Ordnung und Chaos, Hell und Dunkel, Hass und Liebe sind stets gleich stark vertreten. Gibt es ein Übermaß des einen, wird sich von selbst das Gegenteil verstärken. Und so pendelt das Reich zwischen den Extremen, mal schwach, mal stark."
      Te Mai
      Nán Gōngzhǔ
      Prinzessin des Südens