Kaiserreich Chinopien

Das Kaisertum

Der chinopische Kaiser - bzw. in dieser Zeit: die chinopische Kaiserin - ist weitaus mehr als nur das Staatsoberhaupt des Kaiserreiches Chinopien - er ist der Mittelpunkt der kosmischen Ordnung auf Erden.

Es existiert eine allumfassende Mythologie um ihn, die jedem Chinopen schon mit in die Wiege gelegt ist. Er ist durch die himmlischen Mächte auserwählt, als Träger des Mandates des Himmels (chin. Tianmìng) über alles Irdische zu herrschen. Dabei unterscheidet sich die Lehre des Himmelsmandates sehr stark vom Gottesgnadentum westlicher Monarchien, denn unkluge und/oder ungerechte Herrscher wird dieses Mandat entzogen und sie gestürzt werden und die himmlischen Mächte werden sich einen neuen, besseren Träger suchen.

Am besten fasst dies die Abhandlung Toyotomi Hideyoshis (der spätere Kaiser Qianguang) mit dem Titel Das chinopische Verständnis vom Kaisertum zusammen, auch wenn dieses eine gewisse Sonderstellung einnimmt, da ansonstig nicht die Sonne und die Sonnengöttin sondern der Himmel und der Jadekaiser als dessen oberstes Prinzip als diejenigen angesehen werden, die dem Kaiser seine Macht verleihen:


"I. Das Himmlische Mandat

Die Person seiner Majestät des Kaisers nimmt in der traditionellen Gesellschaft und Philosophie Chinopiens seit jeher eine Sonderstellung ein. Der Mythologie zufolge wurzelt die Abstammung des kaiserlichen Clans in einer direkten Nachkommenschaft des ersten Kaisers von der ehrwürdigen Schöpfergöttin, der Sonne. Er war ein Kind der Sonne, der Sohn des Himmels. Seine Mutter, die Sonnengöttin, stattete ihn mit dem Mandat des Himmels aus, welches ihm die Legitimation zur Herrschaft über alle Lande unter dem Himmel und den Augen der Sonne verleiht.
Nach herkömmlichem Verständnis verfügt der Mandatsträger über das göttliche Heil, das für ihn die Quelle unermesslicher Weisheit und Macht ist. Seine Entscheidungen sind daher zu akzeptieren, seine Befehle zu befolgen, seine Wünsche zu erfüllen. Der Mandatsträger ist grundsätzlich sakrosankt; er steht über allen weltlichen Gesetzlichkeiten, kein irdischer Richter darf ihm etwas anhaben.


II. Die Drei Gebote

Der Mythologie folgend hat die Sonnengöttin selbst jedoch das Himmlische Mandat an drei unumstößliche und heilige Gesetze geknüpft. Diese sind der Überlieferung gemäß die folgenden:

Erstens: Der Mandatsträger und die Seinen haben der Sonne ihre Huldigung entgegenzubringen, denn sie ist der Ursprung der Welt und die Quelle der Weisheit.
Zweitens: Der Mandatsträger hat das Licht der Sonne hinaus in die Welt zu tragen und die barbarischen Völker aus der Finsternis zu befreien.
Drittens: Der Mandatsträger hat für die Seinen Sorge zu tragen. Das Mandat ist ihm nicht zu eigenem Vorteil gegeben, sondern um Weisheit, Zivilisation und Wohlergehen auf Erden zu verwirklichen.

Die Mythologie erklärt des weiteren, dass ein Mandatsträger, der diesen göttlichen Geboten zuwiderhandelt, das Himmlische Mandat verliert und die Sonne einen neuen Mandatsträger erwählen wird, der Chinopien das Licht wiederbringt.


III. Die Weitergabe des Mandates

Die Weitergabe des Himmlischen Mandates kann auf zwei Arten geschehen. Generell überträgt sich das Mandat über die Blutsbande an den ältesten Nachkommen des Mandatsträgers. Das Geschlecht spielt hierbei traditionell keine Rolle. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit einer durch den Mandatsträger explizit ausgesprochenen Übertragung des Himmlischen Mandates. Durch dieses rituell aufwändige Prozedere verliert der bisherige Mandatsträger das Heil, und eine von ihm unter Anleitung der Sonnengöttin erwählte Person erlangt es.
Die Weitergabe des Mandates kann jedoch nicht willkürlich geschehen, sie unterliegt zweierlei Beschränkung. Zum einen gilt, dass das Himmlische Mandat unteilbar ist. Es kann nur durch eine einzige Person wahrgenommen werden; niemals durch mehrere Personen gleichzeitig oder ein nicht-menschliches Wesen. In diesem Sinne ist es beispielsweise auch undenkbar, dass ein Mandatsträger sein Mandat an das Volk oder ein gewähltes Parlament überträgt. Eine Machtausübung dieser Körperschaften kann nur durch Zugeständnis des Mandatsträger möglich sein, ist durch jeden neuen Mandatsträger zu bestätigen und kann zumindest theoretisch jederzeit widerrufen werden.
Die andere Beschränkung der Weitergabe des Mandates liegt darin begründet, dass nur ein Anhänger des Sonnenkultes und Untertan Seiner Majestät des Kaisers das Mandat des Himmels empfangen kann."

Was dies in der heutigen, mordernen Zeit und für die konstitutionelle Staatsordnung des Kaiserreiches bedeutet, beschreibt die Verfassung des Kaiserreiches in ihrem Art. 1 Abs. 3:

"Die Quelle aller Staatsgewalt ist der Kaiser, welcher dazu berufen wurde, das himmlische Mandat zu tragen. Die Ausübung der einzelnen Teile der Staatsgewalt erfolgt im Namen des Kaisers durch diejenigen, welchen die entsprechenden Teile übertragen wurden, wie es diese Verfassung vorschreibt."

Die Aufgaben und Rechte des Kaisers als Staatsoberhaupt des Kaiserreiches Chinopien werden Ihnen auf der entsprechenden Seite dargelegt.

Ein interessanter Fakt zum Schluss ist, dass der Kaiser als Einziger innerhalb des Kaiserreiches Chinopien eine polygame Ehe führen darf. Es ihm also erlaubt, mehr als eine Frau gleichzeitig zu ehelichen, was den Grund hat, die kaiserliche Linie auf jeden Fall zu erhalten. Dies gilt aber nur für männliche Träger des Mandates des Himmels, würde doch eine Vielehe einer Kaiserin zu Zweifeln an der Vaterschaft in Bezug auf ein Kind führen können.

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