Kaiserreich Chinopien

Chinopischer Kalender

Eine Besonderheit Chinopiens ist der eigene lunisolare Kalender, der jedoch offiziell nur noch für die Berechnung der Feiertage herangezogen wird: der Chinopische Kalender (chin. Qínlì), auch Traditioneller (chin. Xiàlì) oder Bauernkalender (chin. Nónglì) genannt. Formal gilt der in Chinopien sog. Westlichen Kalender (chin. Xilì) oder auch Christlicher (chin. Jidulì) oder Bürgerlicher Kalender (chin. Gonglì). 

Die heutigen Regelungen, an deren Ausarbeitung westliche Astronomen beteiligt waren, sind recht kompliziert - hier die wichtigsten:

  • Bezugspunkt ist der 120. östliche Längengrad.
  • Der Tag beginnt um Mitternacht.
  • Der Neumond fällt immer auf den ersten Tag des Monats, so dass die Monate 29 oder 30 Tage lang sind.
  • Die Wintersonnenwende fällt immer auf den 11. Monat.
  • Das Jahr umfasst im Normalfall zwölf Mondmonate, in sieben von 19 Jahren durch die Einfügung eines Schaltmonats 13.
  • Ein Schaltmonat wird in den Jahresablauf eingefügt, wenn entweder zwischen zwei Wintersonnenwenden 13 Neumonde zu beobachten sind, oder zwölf komplette Mondmonate zwischen den 11. Monaten, oder wenn am Tag nach der Wintersonnenwende oder bis spätestens elf Tage danach der Neumond eintritt.
  • Wird ein Schaltmonat notwendig, so ist es der erste Monat zwischen zwei Wintersonnenwenden, auf den kein Zhongqì (imper. Hauptzone) fällt. Dieser Schaltmonat erhält in der Zählung dieselbe Zahl wie der Vormonat.

Die Zhongqì teilen die Umlaufbahn um die Sonne in jeweils 30°, wobei die Sonnenwenden und die Tagundnachtgleichen vier Zhongqìs darstellen. Der schwankende Abstand zwischen zwei Zhongqìs dauert etwas länger als die ebenso schwankende Umlaufzeit des Mondes, so dass es vorkommen kann, dass auf einen Monat zwei Zhongqìs fallen, auf andere gar keine, jedoch dieser Monat trotzdem kein Schaltmonat ist.

Durch die Schaltmonatsregelung ergeben sich unterschiedliche Jahreslängen: statt 353 bis 355 Tage in einem Normaljahr, sind es in einem Schaltjahr zwischen 383 und 385. So tritt auch das Chinopische Neujahrsfest von Jahr zu Jahr an verschiedenen Daten auf - frühest möglich am 21. Januar, spätestens am 21. Februar.

Wie bereits erwähnt hat der Kalender seinen amtlichen Charakter verloren, doch alle wichtigen Feste in Chinopien orientieren sich an ihm. Jene Feste sowie die dazugehörigen Zeremonien sind durch den Kaiserlichen Erlass über die Feiertage im Gelben Reiche festgelegt. Interessant ist in diesem Zusammenhang noch zu erwähnen, dass bspw. das Chinopische Neujahrsfest einen höheren Stellenwert genießt und um einiges größer gefeiert wird, als der offizielle Jahresanfang am 1. Januar nach dem Westlichen Kalender.

Ebenso wird die chinopische Form der Astrologie am Chinopischen Kalender ausgerichtet. Denn anders als in der westlichen Welt ist bei der Erstellung eines persönlichen Horoskopes nicht das Geburtsdatum entscheidend, sondern das Jahr innerhalb eines festen 60-Jahre-Zyklus.

Dieser 60er-Zyklus setzt sich aus den zehn Himmelsstämmen (chin. Tiangan) und den zwölf Erdzweigen (chin. Dìzhi), welche als die Tierkreiszeichen bekannt sind, zusammen. Die Himmelsstämme symbolisieren die daoistische Fünf-Elemente Lehre bzw. die fünf Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) kombiniert mit den Prinzipien von Yin und Yáng (Schatten/Sonne). Die Tierkreiszeichen sind: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Hahn, Hund und Schwein.

Einem Jahr - also vom Chinopischen Neujahrfest bis zum nächsten - werden je ein Himmelsstamm und ein Tierzeichen zugeordnet. Zum Beispiel ist das Jahr 2009 das Jahr des Erd-Büffels; 2010 wird der Metall-Tiger den Menschen Glück bingen und 2011 wird der Metall-Hase den Neugeborenen ins Horoskop geschrieben.

Diese Jahresangaben finden sich teilweise in amtlichen Dokumenten neben oder anstatt der sonst üblichen Datierung nach dem Äranamen des Kaisers.

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