Kaiserreich Chinopien

Das Gesicht

Die Chinopen legen besonderen Wert darauf, ihr Gesicht (chin. Miànzi) zu wahren. Dies ist Ausdruck einer vollkommen anderen Sozialisation, als sie im westlichen Ländern gepfelgt wird, und wird den Chinopen von Kindesbeinen anerzogen.

Als Gesichtsverlust wird bereits angesehen, wenn eigene Defizite durch Zurechtweisung oder Kritik öffentlich vor Dritten festgestellt werden, wobei in solchen Fällen auch der Kritisierende sein Gesicht verliert. Ebenso kann das bloße Aufzeigen von Ärger oder Wut als Verlust des Gesichtes verstanden werden.

Daher ist in den meisten Fällen eine indirekte Sprache angebracht, welche man mit "durch die Blume reden" beschreiben könnte. Hierbei spielt auch die Symbolik und das Umschreiben eine große Rolle. Selbst ein einfaches Nein auf eine Frage wird niemals alleine im Raum stehen bleiben, sondern in verschachtelten Sätzen formuliert.

Die Chinopen sind wahre Meister darin. Die Kommunikation untereinander ist darauf angelegt, allerdings kann in interkulturellen Konversationen für den Gesprächspartner vielfach schwer zu verstehen sein, was ein Chinope denn nun meint oder ausdrücken will.

Darüber hinaus wird generell auf die Höflichkeit geachtet. Dies beginnt schon bei der Begrüßung. Neben dem obligatorischen Nínhao (imper. Seien Sie gebrüßt) - oder im engsten Familien- und Freundeskreis Níhao - wird stehts eine Verbeugung vorgenommen. Deren Tiefe und zeitliche Länge richtet sich nach dem sozialen Stand des Gegenüber: ein Prinz wird einem einfachen Mann gegenüber eine Vereinigung fast nur andeuten, während dieser seinen Körper sehr tief neigt. In Bezug auf den Kaiser gibt es allerdings große Ähnlichkeiten, denn ein Adeliger, ganz wie auch z.B. ein Kaufmann, wird vor ihm in der Regel auf die Knie gehen und sein Haupt neigen - der Reichskanzler ist von diesem ausgenommen, denn er kniet nur bei der Krönung eines Kaisers und seiner Amtserhebung durch selbigen. Allerdings vollführen auch einige beim Anblick des Kaisers immer noch den Kòutóu, also das dreimaligen Niederwerfen mit jeweils dreimaliger Berührung des Bodens mit der Stirn, auch wenn dieser seit 1921 nicht mehr vorgeschrieben ist.

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