Kaiserreich Chinopien

Sprache

Die Amtssprache des Kaiserreiches Chinopien sowie die mit weitem Abstand meistgesprochene Sprache ist das - der chino-gosharischen Sprachfamilie angehörende - Chinopische (chin. Qínwén) [RL: Chinesisch - für ein Wörterbuch siehe hier]. Sprachgeschichtlich entstand es im 15./16. Jahrhundert aus seinen Vorgängern, dem Altchinopischen (bis ins Vorfeld der Reichseinigung 201 v. Chr.), bzw. dessen Ausläufer, dem klassischen Chinopisch (bis etwa in das 2. Jahrhundert n. Chr.), sowie dem Mittelchinopischen (etwa. 2. bis 15./16. Jahrhundert).

Vor allem in westlichen Publikationen ist auch der Ausdruck Hochchinopisch gebräuchlich, was seine Entsprechung im Chinopischen mit Putonghuà (imper. normale/r Sprache/Dialekt) findet. Dies rührt daher, dass neben der Standartsprache weitere chinopische Sprachen existieren, die vielfach als Dialekte des Chinopischen bezeichnet werden. Da diese sich jedoch nun wieder selbst unterteilen, womit eine unüberschaubere Zahl an Einzelsprachen/-dialekten entsteht, soll sich hier auf die Beschreibung der Standartsprache konzentriert werden, auch da diese reichsweit als Verständigungssprache zwischen Sprechern der anderen chinopischen Sprachen/Dialekte sowie der Minderheitensprachen dient.

Allerdings ist die, wie jede Hochsprache, im sprachlichen Alltag oftmals nicht in Reinform zu vernehmen und regionale Unterschiede tun ihr Übriges, dass eine genaue Definition unumgänglich wird. Diese sieht folgendermaßen aus, wobei auch diese nicht leicht verständlich ist und nicht ohne einige Anmerkungen auskommt:

"Die Qianlongjinger Aussprache als Standartaussprache, die Sprache der nördlichen Regionalsprachen (Anm.: des gesamten chinopischen Sprachraumes, hierbei vor allem Xinhai) als Standartsprache, die Grammatik der modernen Báihuàwén-Literatur (Anm.: Báihuàwén ist, auf der Alltagssprache basierend, die moderne Standartsprache im Gegensatz zu der alten Literatursprache Wényánwén) als Standartgrammatik."

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden alle literarischen Werke und amtlichen Dokumente in dem soeben genannten Wényánwén abgefasst, was auf der Altchinopischen Sprache vor der Reichseinigung durch die Qín-Dynastie beruht und von der sich die Alltagssprache im Laufe der Zeit immer weiter entfernte. Dies führte dazu, dass Bildung und die damit direkt verbunde Karriere als kaiserlicher Beamter fast ein exklusives Gut der oberen Schichten wurde, die in der Lage waren, ihre Kinder zur Schule zu schicken, damit diese dort die Literatursprache erlernen konnten.

Mit den einsetzenden Reformen Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Stimmen immer lauter, die Wényánwén durch die Alltagssprache ersetzt wissen wollten. Diese ist nachvollziehbarerweise leichter verständlich, womit sie sie breiteren Schichten zugänglich gemacht werden konnte. 1921 wurde dann die Ablösung durchgesetzt.

Jedoch kamen in der nachfolgenden Zeit auch Kritiker auf den Plan, die befürchteten, dass damit den Chinopen der Zugang zu ihrem kulturellen Erbe erschwert wird, da sie die alten Werke nicht mehr verstehen würden. Heutzutage werden daher beide Sprachformen in den Schulen und Universitäten des Kaiserreiches unterrichtet.

 

Verbreitung/Sprecherzahl

Chinopisch bzw. die chinopischen Sprachen/Dialekte werden von über 1 Milliarde Menschen als Muttersprache verwendet. Die Zahl der Zweitsprecher ist kaum feststellbar.

Offiziellen Status genießt das Chinopische als Amtssprache neben dem Kaiserreich Chinopien in Xinhai, Sunya, Mique-Tsao und Huangzhou. In Chan Sen, Bundestaat der Vereinigten Staaten von Astor, hat es den Status einer Nationalsprache.

 

Grammatik/Typologie

Das Chinopische wird durch einen isolierenden/analytischen Sprachaufbau gekennzeichnet, was bedeutet, dass es keine Flexion kennt und alle Wörter nur eine Form besitzen. Ebenso kennt es keine Tempusformen, die - wenn überhaupt - durch einfache Adverbien gekennzeichnet sind, und nur im Zusammenhang mit Nomen und Pronomen, die sich auf Menschen beziehen, einen Numerus. Die grundlegende Wortstellung ist Subjekt-Verb-Objekt.

Weiter besitzt das Chinopische eine hohe Komplexität in Bezug auf die Synthax, werden doch alle Informationen einen Satzes, wie auch dessen Zusammenhänge, einzig durch die Wortstellung vermittelt und nicht etwa durch Endungen etc.

 

Aussprache

Das Chinopische ist eine tonale Sprache. Jede Silbe kann in viererlei Weise betont werden, womit sich in der Regel ein vollkommen anderer Sinn ergibt.

Die vier Töne des Chinopischen sind kurz zusammengefasst: hoher Ton, steigender Ton, niedrig-fallend-steigender Ton sowie der fallende Ton. Der leichte Ton wird nicht als eigenständig betrachtet, da er nur kurz und leicht anklingt.

Die Betonung kann sich ganz leicht verschieben, vor allem wenn zwei Silben im dritten Ton hintereinander auftreten. Hierbei wird dann die erste Silbe im zweiten Ton ausgesprochen.

 

Schrift

Allen chinopischen Sprachen/Dialekten ist eins gemeinsam: die über 3.000 Jahre alte Schrift.

In ihr wird jede Silbe als Audruck eines Morphems nach ihrer Bedeutung durch ein eigenes Schriftzeichen dargestellt - sprachlich gleichklingende Silben können also in der Schrift vollkommen anders zum Ausdruck kommen. Damit ist die Chinopische Schrift das einzige noch heute verwendete Schriftsystem, dass nicht primär die Lautung einbezieht, sondern mehrheitlich bedeutungsverweisende Elemente in sich trägt.

In früheren Zeiten wurde sie immer senkrecht von oben nach unten und die daraus entstehenden Spalten von rechts nach links geschrieben. Heutzutage ist daneben - und in einigen Bereichen des Lebens: vor allem - auch die im Westen übliche Schreibung anzutreffen.

Eine Interpunktion wurde erst im Laufe des 20. Jahrhundert eingefügt, eine Getrennt- oder Zusammenschreibung existiert dagegen heute immer noch nicht, denn die einzelnen Zeichen werden im gleichen Abstand zueinander angeordnet.

Was die Frage nach der Zeichenanzahl insgesamt angeht, so gibt es zwar etwa 87.000 Zeichen, allerdings finden nur ca. 5.000 in der modernen Schriftsprache wirklich Verwendung.

Verwendung findet die Chinopische Schrift außer in den chinopischen Sprachen/Dialekten auch im Téngesischen, wo es eines der drei Teile des dortigen Schriftsystems ist.

Die Chinopische Schriftzeichen begünstigen natürlich die Kalligrafie, also die Kunst des Schönschreibens, die heute noch in Chinopien große Verbreitung findet.

Schrift- und Kalligrafiebeispiel

 

Weitere Sprachen

Auf dem Gebiet des Kaiserreiches werden aufgrund der Bevölkerungsstruktur neben dem Chinopischen bzw. den chinopischen Sprachen/Dialekten weitere (Minderheiten-) Sprachen gesprochen.

Zum einen sei hier das Ostanische (chin. Áorénwén) [RL: Mongolisch] zu nennen, was im Khanat Ostania Verwendung findet. Die Sprache des alten Eroberervolkes, die in kyrillischer Schrift niedergelegt wird, ist hierbei vor allem in Tartastan anzutreffen, da der Süden Ostanias durchgreifend chinopisiert wurde. Es wird geschätzt, dass noch gut 11 bis 12 Millionen Menschen Ostanisch als Muttersprache verwenden.

Zum anderen das Gosharische (chin. Gaoshanwén) [RL: Tibetisch], was in der Zeit der Han-Dynastie (180 v. Chr bis 232 n. Chr.) langsam aus dem damals in der unzugänglichen Bergregion des heutigen Autonomen Gebietes der Goshark-Höhen gesprochenen chinopischen Dialekt entstand und heute eine eigene Sprache ist, auch wenn sich hier ebenso verschiedene Ausformungen und Dialekte finden lassen. Zusammem mit den chinopischen Sprachen/Dialekten bildet das Gosharische die sog. chino-gosharische Sprachfamilie. Schätzungen gehen davon aus, dass 5 bis 6 Millionen Menschen in den Goshark-Höhen das Gosharische als Muttersprache haben, die Goshark-Höhen sprachlich also in etwa zu zwei gleichen Teilen gespalten sind. Sie besitzt eine eigene Schrift, die aus denen in Nord-Shatavahana abgeleitet ist.

Da sich in der Provinz Tsingtao seit den 1930er/1940er-Jahren in Folge des Bürgerkrieges und des Sturzes der Monarchie in Téngóku eine téngesische Minderheit gebildet hat, deren Angehörige zahlenmäßig bei 400.000 angenommen werden, ist deren Sprache [RL: Japanisch] dort anzutreffen.

Dagegen ist die Sprache der Manzhouzu, das Manzhourische (chin. Manzhouzuwén), regelrecht ausgestorben und wird nur noch von vereinzelten Personen beherrscht.

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